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Literatur und heisse Quellen

Wasser, Literatur und Berge - für schönes Wetter garantieren die Organisaoren allerdings nicht. Keystone Archive

Wo finden sich Literaturschaffende, Literaturbegeisterte und Wasserliebende? In Leukerbad. Der Walliser Kurort auf 1'411 Metern ü.M. bietet zum 6. Mal die Kulisse für das Internationale Literaturfestival. Mehr als zwanzig Schreibende aus zehn Ländern lesen aus ihren Werken und lassen den Worten Flügel wachsen.

Am Anfang war das Wort. Später, Mitte der 90er Jahre, erfreute ein Lesebuch «L-Leukerbad» die literarische Landschaft. Herausgegeben wurde es zum 100-Jahr-Jubiläum der Hotel- und Bädergesellschaft Leukerbad. Stichworte wie littérature, Liebeslohn, Legende, liberté, Luftsäule fanden Aufnahme im wunderschönen Buch. Zum Dank an Autorinnen und Autoren lud Ricco Bilger, Mitherausgeber des Festbuches, ins Wallis. Die Stimmung war lustvoll, lebhaft, locker. Und so warf ein nachträglicher Lichtblitz ein neues Literaturfestival in den Schweizer Himmel.

Jetzt, im neuen Jahrtausend, lockt das Literaturfestival Leukerbad mehr denn je Literaturfreaks mit Sinn fürs (Über-)Natürliche in die Berge. Sinnlich ist die Verbindung von Wort und Wasser. Zudem garantiert die 6. Ausgabe des Festivals Unerhörtes – mit einer Mischung von No-Names und Top-Shots aus der Literaturszene.

Spezielle Namen…

Da liest die bedeutendste Autorin des Maghreb, die Algerierin Assia Djebar, da verführt der Schweizer Literat Peter Stamm mit Unveröffentlichtem, da lässt die Isländerin Steinunn Sigurdardóttir in ihrem neusten Roman «Herzort» die Geysire sprühen. Daneben haben auch der neuste Krimi von Jakob Arjouni «Kismet», Hugo Loetscher zusammen mit dem belgischen Literaturkritiker Jeroen Dewulf und der Ukrainer Andrej Kurkow Platz.

Ricco Bilger, Programmleiter und «Literatur-Maniac» meint: «Die Auswahl ist bewusst subjektiv und persönlich gehalten. Es sind Menschen, deren Bücher ich gerne gelesen habe, Persönlichkeiten, die ich bewundere, oftmals eine Empfehlung, die mir jemand gab.» So besticht die Auswahl der Literaten durch Eigenwilligkeit und Qualität. Lust statt Kommerz scheint die Treibfeder zu sein.

… und besondere Räume

Hinzu kommen die aussergewöhnlichen Lese-Orte, die Lese-Räume. Innen wie Aussen. So fand auf dem Gemmipass von Freitag auf Samstag die Mitternachtslesung statt. Schauspieler Norbert Schwientek las Ernst Jandl. Am Sonntagmorgen winkte die Matinée, eingehüllt im Bademantel, im römisch-irischen Bad, Badeplausch inklusive.

Bereits stattgefunden hat die Preisverleihung des 1. «Spycher Literaturpreises Leuk» auf Schloss Leuk. Der neugeschaffene Preis, insgesamt 25’000 Franken, verpflichtet die Preisträgerinnen und Preisträger, sich während fünf Jahren mindestens einmal pro Jahr in Leuk aufzuhalten. Die diesjährigen Preisträger heissen Durs Grünbein und Thomas Hettche.

Brigitta Javurek

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