Monolith: Ab in die ewigen Jagdgründe
Jetzt ist es definitiv. Der magische Monolith der Arteplage Murten verschwindet für immer.
Das Wahrzeichen der Expo.02 lebt nunmehr in der Erinnerung der Menschen weiter.
Der Monolith stirbt. Er wird definitiv abgebaut, so, wie es ursprünglich geplant war. Nun lebt der Monolith in den Köpfen der vielen Tausend Expo-Besuchern weiter.
Angebot nicht akzeptabel
Am Freitag fiel mit dem Unternehmer Rolf Oberle der letzte Übernahme-Kandidat aus dem Rennen. Er hatte zuletzt noch 50’000 Euro für den 22-Millionen-Klotz geboten, zuzüglich Abbau-Kosten.
«Die Geschichte findet langsam ihr Ende», sagte der Deutsche Oberle. Für ihn sei das finanzielle Risiko schlussendlich zu gross – zumal unklar geblieben sei, wo er den rostigen Kubus von Jean Nouvel hätte aufbauen können.
Oberle hatte der Monolith-Besitzerin, der Nüssli Special Events AG, anlässlich der Versteigerung im Herbst noch 400’000 Fr. geboten. Schlussendlich war er aber nur mehr bereit, sich mit insgesamt 100’000 Fr. an einem systematischen Abbau zu beteiligen, der einen Wiederaufbau ermöglicht hätte.
Aus edlem Rost wird Schrott
Dieses Angebot war für die Nüssli Special Events AG nicht akzeptierbar, wie Geschäftsführer Stephan Rausch bestätigte. Damit ist der Rückbau des Monolithen endgültig. Die Einzelteile werden verschrottet, eingeschmolzen oder wiederverwendet.
Monolith im Mai entschwunden
«Das ist der normale Vorgang», so Rausch. «Der Abbruch war seit drei Jahren vorgesehen.» Alles andere wäre eine Überraschung gewesen. Gemäss Rausch wird im Mai vom Monolithen nichts mehr zu sehen sein. Just Ende Mai 2002 war die Landesausstellung eröffnet worden.
Zukunft des Monolithen schlug grosse Wellen
Mit dem definitiven Nein geht ein fast halbjähriges Seilziehen um die Zukunft des Monolithen zu Ende. Verschiedene Interessenten – wie die Glasi Hergiswil, eine Walliser Arbeitsgruppe um Peter Bodenmann und eine Freiburger Baufirma hatten Vorschläge eingebracht, wie man den Monolithen weiter erhalten – und behalten – könnte. Die Angebote waren von unterschiedlicher Seriosität, ein Medienecho war aber allen gewiss. Der Monolith war der Schweiz ans Herz gewachsen.
Biopolis-Pavillon wird Lagerhalle
Besser als dem Monolithen in Murten ergeht es dem Novartis-Pavillon Biopolis in Neuenburg. Die Struktur aus Zink und Titan wird derzeit abmontiert und die einzelnen Teile ins neuenburgische Boudry gebracht.
Dort soll der Pavillon ab August Werkstätten und Lagerräume von zwei Neuenburger Baufirmen beherbergen, wie die Tageszeitung «L’Express» am Donnerstag berichtete. Ausser ein paar zusätzlichen Fenstern soll Biopolis laut den Käufern originalgetreu wieder aufgebaut werden.
Ein letzter Blick auf den Ewigen
Vergangene Woche pilgerten Menschen an die Ufer des Murtensees, um den rostigen Koloss, der magisch auf dem Wasser wogte, ein letztes Mal zu bestaunen. Unzählige Besucher hatte er im vergangenen Expo-Jahr becirct und verzaubert – so sehr, dass sie ihn am liebsten behalten hätten. Und so wurde der Monolith auch nach der Expo.02 zum Zeichen und Symbol für das Thema der Arteplage Murten: «Augenblick und Ewigkeit».
swissinfo, Anita Hugi
Der Monolith war eines der Wahrzeichen der Expo.02.
Gebaut wurde er vom Stararchitekten Jean Nouvel.
Die Kosten beliefen sich auf rund 22 Mio. Fr.
Im Rahmen der Expo-Versteigerung wurde er für 400’000 Fr. «unter Vorbehalt» versteigert.
Für die Besitzerin Nüssli Special Events waren die Angebote nicht adäquat.
Der Monolith wird jetzt verschrottet.
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch