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Presseschau vom 01.11.2002

Die meisten Schweizer Tageszeitungen befassen sich mit dem landesweiten Streik der Bauarbeiter, der für Montag geplant ist.

Und als dreisprachige Weltpremiere feiern die Zeitungen das Historische Lexikon der Schweiz.

«Am Montag könnte die Schweiz ihren grössten Streik seit 55 Jahren erleben»,

titelt die Genfer Zeitung LE TEMPS. 10’000 Arbeiter sollen auf Baustellen in der ganzen Schweiz für die rasche Einführung des vorzeitigen Altersrücktritts streiken.

«Am Montag drohen Strassensperren und Barrikaden»,

warnt der BLICK.

Für die AARGAUER ZEITUNG ist die Kampflust der Gewerkschafter nachvollziehbar:

«Die Eruptionen im wirtschaftlichen Umfeld verunsichern weite Teile der Bevölkerung, lösen sogar existenzielle Ängste aus. Soziale Anliegen stehen im kollektiven Bewusstsein wieder höher im Kurs als auch schon.»

Aber eigentlich sei die Streikaktion absurd, meint die AARGAUER ZEITUNG. Im Grundsatz seien sich beide Seiten nämlich einig: am flexiblen Altersrücktritt für Bauarbeiter ab 60. Altersjahr werde nicht gerüttelt:

«Der flexible Altersrücktritt kommt so oder so – wahrscheinlich ein halbes Jahr später als von den Gewerkschaften erhofft, dafür mit fairen Übergangsrenten. Gestritten wird seit Monaten eigentlich nur noch um formale Details.»

Historisches Lexikon der Schweiz

Der erste Band des Historischen Lexikons der Schweiz ist erschienen und das sei eine dreisprachige Weltpremiere, verkündet die BASLER ZEITUNG stolz – ein

«Lexikon als Monument der Mehrsprachigkeit».

Der Bund zahlt für das Jahrhundertwerk 70 Millionen Franken. Für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG ist dies

«ein Beitrag zur nationalen Selbsterkenntnis und Selbstvergewisserung».

So teuer wie 700 Meter Autobahn sei das «neue Gedächtnis der Nation», schreibt der TAGES-ANZEIGER. Der Aufwand habe sich gelohnt: Was einmal in Frage gestellt worden sei, sei nun doch gelungen. Beim ersten Band handle es sich um

«ein gediegenes Werk, das vorab durch die vielen Abbildungen besticht, die im Internet nicht zu sehen sind und die Geschichte besser in Erinnerung rufen, als die im spröden Lexikonstil verfassten Texte».

swissinfo, Alina Kunz Popper

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