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Presseschau vom 07.12.2002

Saddam Hussein und die Amerikaner auf der einen Seite, die steigende Arbeitslosigkeit in der Schweiz auf der andern, kommentieren die Schweizer Zeitungen.

Mit über 120’000 Arbeitslosen hat die Schweiz das Niveau von 1999 erreicht.

Die welsche LE TEMPS sieht allerdings einen wesentlichen Unterschied zum Jahr 1999:

«Immer noch sind zahlreiche Personen, die über 55 Jahre alt sind, betroffen. Arbeitslose aus der metallverarbeitenden Branche. Neu aber, dass nun auch die Bankangestellten oder Leute aus dem Informatiksektor ohne Arbeit sind.»

Damit sei auch die ehemalige Boomstadt Zürich von der Arbeitslosigkeit vermehrt betroffen. LE TEMPS schreibt aber auch von einer paradoxen Situation:

«Das Staatssekretariat für Wirtschaft stellt jedoch fest, dass immer noch 22 Prozent der Unternehmen qualifizierte Arbeitskräfte suchen. Die Zahl der offenen Stellen steigt, und in Genf ist die Zahl der Ausweise für Grenzgänger mit 37’000 weit höher als zu Beginn der 90er Jahre.»

Frostige Weihnachten

Das Magazin des Zürcher TAGES ANZEIGERS fragt sich, was uns denn das Jahr 2003 bringen wird. Antwort:

«Die Welt wird unsicherer!»

Die Samstagsausgage des TAGES ANZEIGERS sieht für dieses Jahr ‚frostige Weihnachten‘ auf uns zukommen:

«Was waren wir euphorisch, damals im Sommer 2000, als die Arbeitslosigkeit mit einer Quote von 1,6 Prozent schlicht kein Thema war.»

Doch schneller als uns lieb sein könne, habe sich die Stimmung verdüstert, schreibt der Tagi. Nun sind es 3,3 Prozent:

«Und es drohen mehr zu werden. Das schwächt die Zuversicht, mindert das Selbstwertgefühl. Nicht gerade das, was man sich zu Weihnachten wünscht.»

Damit wenigstens der nächste Sommer etwas wärmer werde, sollten nicht milliardenschwere Sparpakete die Runde machen, sondern die Ausgaben müssten wenigstens konstant gehalten werden, schreibt der TAGES ANZEIGER.

Themawechsel

Der Berner BUND findet, man solle Saddam Hussein fesseln, nicht militärisch beseitigen. Auch wenn niemand dem brutalen Regime in Bagdad eine Träne nachweine, sei es ungewiss, ob eine neue Führung in Bagdad das Problem der Massenvernichtungs-Waffen löse. Der BUND:

«Tod und Verwüstung zerstören das offensichtlich weit fortgeschrittene Know-how Iraks nicht. Zudem würde ein Militärschlag als weitere Demütigung durch den Westen empfunden.»

Zumal die Gefahr der Biowaffen – deren Entwicklung und Produktion im Kalten Krieg von den USA und der Sowjetunion forciert worden sei – nicht allein von Bagdad ausgehe.

Albtraum für die Region

Für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG wirft Saddam längere Schatten:

«……..doch geht es nach Auffassung der Amerikaner nicht darum, dass nun die Uno-Inspektoren landauf, landab nach Spuren dieser Waffen suchen, um schliesslich entweder dem Irak einen Persilschein auszustellen oder ihn aber der Täuschung zu überführen.»

Das alles, so die NZZ, könne Monate, wenn nicht Jahre dauern. So lange werde der amerikanische Präsident Bush aber nicht warten:

«Ein weiss-gewaschener Saddam, befreit von Uno-Sanktionen, wäre für die Region ein Albtraum.»

Nagelprobe

Im BLICK äussert sich der Strategie-Experte Albert A. Stahel, der von einer Nagelprobe spricht. Sollten die nun vom Irak gelieferten Daten nicht mit den Erkenntnissen der USA übereinstimmen, dann würden die Amerikaner zum sofortigen Handeln drängen:

«Die Maschinerie rollt an. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die USA das nur zwecks Einschüchterung tun. Nun stellt sich vor allem die Frage, wie schnell sich die Regierung Bush entscheidet.

swissinfo, Urs Maurer

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