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Presseschau vom 17.10.2002

Freude herrscht in der Schweizer Medienlandschaft ob dem gloriosen Fussball-Sieg des Nationalteams über Irland.

Mit Kritik wird das um 900 Millionen nach unten korrigierte Bundesbudget aufgenommen.

«Sensationeller 2:1 Sieg in Irland», jubelt der BLICK. Das 2:1 war ein

«Tor, das vom Himmel kam: Fabio Celestini, übersetzt der Himmlische, traf in der 87. Minute».

Die Begeisterung der BERNER ZEITUNG:

«Viel riskiert, alles gewonnen. Köbi Kuhns mutige Taktik wurde in Irland mit einem unerwarteten 2:1 Sieg belohnt.»

Lob der BZ gibt es auch für den Trainer: «Köbi Kuhn hatte viel riskiert, stellte hinter die Angreifer Chapuisat und Frei mit Hakan Yakin einen offensiven Mittelfeldspieler.»

«Der Wegweiser zeigt vorwärts» prospektiert die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG und sieht den Grund des Sieges vor allem einer

«hervorragenden Abwehrleistung des stabilen Schweizer Teams, das auf dem richtigen Weg ist».

«Ein Exploit, der Hoffnungen weckt» schreibt auch der BUND und blickt in eine neu angebrochene Zukunft des Schweizer Fussballs:

«Steht die Schweiz vor einer Fussball-Euphorie wie vor der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1994 in den USA? So weit ist es noch nicht. Doch die Nationalmannschaft hat gestern mit einer überaus reifen, kämpferisch tadellosen und taktisch einwandfreien Leistung eine gute Basis gelgt, um im nächsten Jahr die restlichen fünf EM-Qualifikation nsspiele mit grossem Selbstvertrauen in Angriff nehmen zu können.»

Schweizer Wirtschaft hat mehr als nur ein Schnupfen

Auf einem ganz anderen Weg befindet sich das Bundesbudget, und die am Mittwoch verkündete Hiobsbotschaft des Finanzministers echot am Donnerstag in den Zeitungen.

«In 2 Monaten 900 Millionen weg», titelt der TAGES-ANZEIGER und sieht «die Einnahmen des Bundes im freien Fall».

Die Westschweizer Tageszeitung LE TEMPS kritisiert, dass die diesen Sommer budgetierten Einnahmen unrealistisch hoch gewesen seien:

«Le volume de recettes escompté était surestimé, car il a été calculé sur la base d’une croissance réelle de 2%. Or, plus aucun institut financier ne spécule sur une telle progression. – Das Volumen der Steuereinahmen wurde überbewertet, da es auf einer Basis eines reellen Wirtschafts-wachstums von 2% berechnet wurde. Es rechnet kein einziges Finanzinstitut mit einer solchen Zunahme.»

Die NEUE LUZERNER ZEITUNG spricht von einer «zu rosigen Brille», mit welcher der Bundesrat den fiskalischen und wirtschaftlichen Entwicklungen entgegengesehen habe. Die NLZ zeigt sich auch alarmiert über den versiegenden Steuerfluss:

«Das deutet darauf hin, dass sich die Schweizer Wirtschaft von der weltweiten Konjunkturabkühlung mehr als nur einen leichten Schnupfen geholt hat.»

Es sei «logisch», wenn der Bundesrat die Schuldenbremse weiter anzieht, schreibt die LNZ und prognostiziert einen «ruppigen» Notstopp:

«Aus einem bereits durch massive Abstriche – etwa bei der Armee, bei der Landwirtschaft und dem Verkehr – geprägten Budget weitere 300 Millionen herauszupressen, ist schwierig.»

Zukunftsschritt der Schweizer Landwirtschaft

Schwierig bleibt auch die Situation für die Schweizer Landwirte und die Schweizer Landwirtschaft. Dennoch, so schreibt der BUND, hat

«in der schweizerischen Landwirtschaft gestern die Zukunft begonnen». Es sei ein «ein erster Schritt in Richtung eines modernen Milchmarkts» getan worden.

BUND und BERNER ZEITUNG erinnern dabei auch an das «Opfer der Bauern», so die BZ, die für den Schritt in die Zukunft einen durchnittliche Einkommensbusse von 600 Franken pro Monat hinnehmen müssen. Der BUND: «Das sind ernstzunehmende Opfer.»

swissinfo, Anita Hugi

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