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Presseschau vom 21.01.2003

Das Weltwirtschaftsforum Davos wirft seine Schatten voraus. Die Zeitungen stellen unisono eine Verhärtung der Fronten zwischen Gegnern, Organisatoren und Sicherheitsleuten fest.

Unsicher auch die Entwicklung in Irak: Ob der Krieg noch zu verhindern ist, scheint unklar.

Nächsten Samstag soll sie stattfinden, die grosse Kundgebung gegen das Weltwirtschaftsforum WEF. Wo sie allerdings stattfinden wird, ob in Davos, Fideris oder Zürich, ist unklarer denn je.

«Streit geht weiter – Fronten sind verhärtet», titelt der BLICK zu den Auseinandersetzungen zwischen WEF-Kritikern, Sicherheitskräften und WEF-Organisatoren.

Der TAGES-ANZEIGER machte sich vor Ort ein Bild – das heisst in Fideris, einem kleinen Bahnhof auf dem Weg nach Davos. Dort sollen die Demonstrierenden bei ihrer Anreise gestoppt und kontrolliert werden.

«‚Polizeikessel?‘ ‚Viehgatter?‘ Was ist dran am Kontrollpunkt Fideris, der die WEF-Gegner so in Rage bringt?»,

fragt der TAGI. Gefunden hat der Autor in Fideris «einen Flecken Niemandsland, eingezäunt durch mannshohe Gitter».

Alle wollen nach Davos

Allerdings wollen halt eben die Demonstrierenden nichts wissen von den Kontrollen. Der TAGI berichtet übrigens, dass die WEF-Gegner das Ganze mit juristischen Mitteln verhindern wollen:

«Die Polizeischleuse in Fideris ist nach Auffassung des Oltner Bündnisses illegal.»

Die BERNER ZEITUNG lässt WEF-Direktor André Schneider zu Wort kommen. Auch von dieser Seite ist klar: «Derzeit fehlt das Vertrauen.»

Die BZ selber lässt auch etwas Verwunderung durchschimmern in ihrer Berichterstattung:

«Man müsste meinen, Davos erfinde nächstes Wochenende die Welt neu: Alles, was Rang und Namen hat oder Rang und Namen hasst, ist dort oder will dorthin. Obwohl nichts passiert – fast nichts.»

Allerdings haben eben bereits im Vorfeld die Protestaktionen begonnen. Die AARGAUER ZEITUNG titelt deshalb:

«Die heisse Phase beginnt.»

Krieg: Nein!

Dies gilt wohl auch für den Irak. Die BASLER ZEITUNG betont zwar, die UNO und die Iraker wollten beide den Krieg verhindern und den Waffen-Inspektoren mehr Zeit geben. Gegen eine Verlängerung der Inspektionen sind jedoch die USA.

«Sie sehen, wahrscheinlich nicht ganz zu Unrecht, im bisherigen Verhalten des Irak eine Neuauflage des Katz- und Maus-Spiels aus den neunziger Jahren. (…) Doch dieses Spiel ist nun ausgereizt. Saddam hat eine allerletzte Chance bekommen. Nutzt er sie nicht, schlägt seine letzte Stunde.»

Der Genfer LE TEMPS sieht noch einen Ausweg: «Saddam Hussein: l’amnistie contre un exil rapide?»

Die USA seien bereit, den irakischen Präsidenten gehen zu lassen, so LE TEMPS weiter. In der Karikatur allerdings bringt das Blatt das Problem auf den Punkt: Saddam wird ein Ferienprospekt über Saudiarabien präsentiert. Der Text dazu:

«Vous pourriez fonder un gouvernement dictatorial en exil!»

Auch der Berner BUND berichtet einmal mehr über das weltbeherrschende Thema. Zu Wort kommt Bundesrat Moritz Leuenberger, der bei der Eröffnung der Solothurner Filmtage über den Unterschied zwischen Film und Realität sinnierte.

«Die Welt ist kein Schwarzweissfilm», so Leuenberger im BUND. Und weiter punkto Irak:

«Wenn es um Krieg geht, gibt es keine Teilnahmslosigkeit, sondern es gibt nur eine Antwort: Nein!»

swissinfo, Eva Herrmann

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