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Presseschau vom 24.02.2003

Der Irak-Konflikt ist weiterhin das Hauptthema in den Schweizer Medien.

Ausserdem befasst sich die Presse mit dem Erdbeben vom Samstagabend in der Schweiz.

Der Irak hat die ultimative Forderung der UNO nach Zerstörung der Samud-Raketen noch nicht eindeutig beantwortet.

Keine Illusionen mehr

Laut der AARGAUER ZEITUNG prüft der Irak die UNO-Forderung ernsthaft. Dazu die AZ: «Westliche Diplomaten in Bagdad gehen davon aus, dass der Irak vor dem Ablauf des Ultimatums mit der Verschrottung von einigen Raketen beginnen werde. Das Regime mache sich aber keinerlei Illusionen, mit der Erfüllung von irgendwelchen Abrüstungsauflagen noch einen Krieg abwenden zu können.»

Entscheidung rückt näher

Auch die BASLER ZEITUNG thematisiert den Irak-Konflikt: «Die Irak-Entscheidung rückt näher», ist in der BAZ zu lesen. Und: «Während sich der Irak die geforderte Raketenzerstörung vorbehält, drängen die USA auf eine Entscheidung über den Krieg.»

Laut der BASLER ZEITUNG solle am Montag dem UNO-Weltsicherheitsrat eine neue Resolution vorgelegt werden.

«Nervenkrieg um Iraks Raketen», titelt die NEUE LUZERNER ZEITUNG. Sie fragt: «Ein Einlenken in letzter Minute?» Und: «Gespannt blickt die Welt nach Bagdad. Doch die irakische Führung setzt das undurchsichtige Pokerspiel fort.»

Kluger Schachzug

Der Kommentar der BERNER ZEITUNG: «Es war ein kluger Schachzug von Hans Blix, von Bagdad einen für alle Welt sichtbaren Abrüstungsbeweis zu fordern.» Das Fazit der BZ: «Will der Irak den Krieg verhindern, bleibt ihm keine andere Wahl als einzulenken.»

Eine Ablehnung wäre laut BERNER ZEITUNG für alle jene Kräfte, die ungeduldig auf den Angriffsbefehl warten, ein auf dem Silbertablett präsentiertes Geschenk.

Flucht nach vorne

«Blix‘ Flucht nach vorne», titelt der TAGES-ANZEIGER seinen Kommentar. Der Brief nach Bagdad liesse keinen Interpretationsspielraum. Bis am 1. März müsse der Irak begonnen haben, seine Al-Samud-2-Raketen, die dazugehörigen Bestandteile und Fabrikationsanlagen zu zerstören.

Laut dem TAGES-ANZEIGER steht Blix unter einem ungeheuren Druck. Mit seinem Ultimatum hätte er die Flucht nach vorne ergriffen. Das Fazit des TAGIS:

«Mit den Samud-Raketen muss Saddam eines seiner letzten Abwehrsysteme aus der Hand geben. Was Blix von ihm verlangt, kommt einem totalen Gesichtsverlust gleich.»

In der Schweiz bebte die Erde

Am Samstagabend erschütterte ein Erdbeben mit der Stärke 5,5 die Schweiz. Es war der stärkste Erdstoss seit 11 Jahren. Anlass für den TAGES-ANZEIGER, einen Gebäude-Experten zu befragen. Laut diesem sind die Gebäude in der Schweiz zu wenig erdbebensicher.

Spitäler und Schulen gefährdet

Auch der BLICK macht sich Sorgen. Er titelt auf Seite 1: «Kommts beim nächsten Mal zur Katastrophe?» Die Boulevard-Zeitung warnt: «Spitäler und Schulen sind gefährdet.» Schon der nächste Erdstoss könne verheerend sein.

Laut der BASLER ZEITUNG lag das Epizentrum des Erdbebens im Elsass. Fachleute hätten den Erdstoss als mittelstarkes Beben bezeichnet. Erstaunlich sei deshalb das kleine Ausmass der Schäden in der Schweiz.

Wände wackelten

«Gläser im Schrank glöckelten», ist in der AARGAUER ZEITUNG zu lesen. Das Erdeben habe teilweise für grosse Aufregung gesorgt. Es habe jedoch weder Sachschäden noch Verletzte gegeben. «Sind Sie auch geschüttelt worden?», fragt die AZ und: «Während hier die Wände wackelten, blieb dort der Boden so ruhig wie immer.»


swissinfo, Elvira Wiegers

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