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Presseschau vom 28.12.2002

Die angebliche Geburt des ersten Klonbabys erregt weltweites Aufsehen. Die Schweizer Presse befasst sich ausführlich mit dem Thema.

Auch Nordkoreas Atompolitik beschäftigt die Medien.

Am 26. Dezember soll das erste Klonbaby der Welt mit Namen Eva geboren worden sein. Den wissenschaftlichen Beweis hat die für die angebliche Klonung verantwortliche Sekte der Raelianer allerdings noch nicht geliefert.

Tabubruch



«Klonen muss tabu bleiben», titelt der TAGES-ANZEIGER. Sein Kommentar: «Die Menschenkloner sind Scharlatane, denen es vornehmlich darum geht, das öffentliche Interesse auf sich zu lenken.»

Das Fazit der Zeitung: «Das Klonen unserer Spezies muss tabu bleiben.»

Die BASLER ZEITUNG schreibt: «Unverantwortlich» und: «Wenn um Weihnachten des ausgehenden Jahres tatsächlich das erste Klonbaby das Licht der Welt erblickt hat, so wäre dies ein Tabubruch, der nicht genügend scharf verurteilt werden kann.»

Auch die Boulevard-Zeitung BLICK ist fassungslos. Ihr Kommentar: «Ein Aufschrei geht um die Welt. Die Welt ist empört.»

Schlechte Nachrichten

Der Kommentar der Westschweizer LE TEMPS: «Schlechte Nachrichten für die Wissenschaft» und: «Anhänger einer liberalen und aufgeklärten Wissenschaftsforschung können sich wohl kein schlimmeres Szenerio vorstellen als das aktuelle: Das Klonen unter undurchsichtigen Umständen durch eine Sekte.»

Menschenversuch

Die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG titelt: «Menschenversuch – fraglich und fragwürdig.»

Laut NZZ warnen Wissenschafter aufgrund ihrer Erfahrungen mit Tieren vor bisher nicht absehbaren Langzeitfolgen, die die Umstände der Entstehung für einen Klon haben könnten.

Der Kommentar der NZZ: «Die Herstellung eines menschlichen Klons muss beim heutigen Stand der Wissenschaft als riskanter Menschenversuch gelten und ist somit moralisch nicht akzeptabel.»

Bluff oder Verbrechen

«Hoffentlich ein Bluff», schreibt die AARGAUER ZEITUNG und: «Es besteht immer noch Hoffnung, dass die ganze Klon-Hyserie ein leerer Bluff ist.»

Das Fazit der AZ: «Wenn man es trotzdem wirklich am Menschen versucht hat, ist es angesichts der unfertigen und unsicheren Technologie nichts anderes als ein Verbrechen.»

Eskalation in Nordkorea

Der Streit um Nordkoreas Atompolitik eskaliert. Laut der BASLER ZEITUNG haben die Machthaber des Landes am Freitag beschlossen, die Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde auszuweisen.

Der Kommentar der BAZ: «Wenn Nordkorea den aktuellen Konfrontationskurs beibehält, wird es sicher nicht mit der Weltgemeinschaft ins Gespräch kommen, sondern diese gegen sich aufbringen.»

Auch der TAGES-ANZEIGER ist besorgt: «Die internationalen Appelle schienen wirkungslos zu verhallen. Aus der Sicht der nordkoreanischen Machthaber ist Washington allein verantwortlich für die derzeitige Nuklearkrise.»

Erpressung

Die AAGAUER ZEITUNG zu Nordkorea: «Lässt sich das Regime ansonsten wochenlang für Erklärungen Zeit, erfolgen diese gegenwärtig fast stündlich, dermassen kalkuliert ist Kims Erpressungspolitik.»

Altstalinisten

DER BUND titelt: «Altstalinisten spielen mit dem Feuer.» Die Zeitung befürchtet, dass der Konflikt jeden Tag ausser Kontrolle geraten könnte.

Das Fazit des BUND: «Die Altstalinisten überhören alle Warnsignale. Offenbar soll es nach dem Willen der Kim-Genossen nicht nur beim Krieg der Worte bleiben.»

swissinfo, Elvira Wiegers

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