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Schweizer Klangkörper findet in Hannover grossen Anklang

Peter Zumthor vor "seinem" Klangkörper. Der Schweizer Pavillon auf der Expo 2000 stösst auf grosses Interesse. Keystone

An der Weltausstellung in Hannover zeigt sich die Schweiz von einer ungewohnten und originellen Seite: sie setzt mit ihrem Klangkörper, wie der Schweizer Pavillon genannt wird, auf Sinnlichkeit und Erlebnisse statt auf Information und Eigenwerbung.

Das Echo auf den Schweizer Beitrag in Hannover ist äusserst positiv. Gelobt wird insbesondere die Schlichtheit und Nachhaltigkeit des Holzgebildes. Anklang findet auch das Bild einer neuen, modernen Schweiz, das für einmal auf Klischees verzichtet und ohne Leistungsshow auskommt.

Rund 50 auf 50 Meter gross und knapp 9 Meter hoch ist der Schweizer Pavillon. Die Bauweise besticht durch ihre Schlichtheit: riesige quer und längs angeordnete Stapel aus 3000 Kubikmetern Lärchen- und Föhrenholz bilden ein labyrinthisches Quadrat.

An manchen Stellen tropft Harz, der Geruch des Holzes liegt in der Luft. Im begehbaren Pavillon mit vielen Gängen und über 50 türlosen Ein- und Ausgängen gibt’s weder Ziel noch Show. Der labyrintische Bretterstapel selbst ist die Ausstellung.

Leiten lassen kann sich der Besucher, die Besucherin von der Musik: Hackbrett- und Akkordeonspieler ziehen durch die Gänge, manchmal begleitet von Saxophon- oder Alphornklängen.

Wie die Musik dringen auch Licht und Wetter durch die Stapelwände. Und je dunkler es ist, desto besser sind die auf das Holz projizierten Wörter und Sätze sicht- und lesbar. Bei den Texten handelt es sich um Zitate von Schweizer Autoren oder Äusserungen über die Schweiz, mal humorvoll, mal kritisch oder lyrisch – eine literarische Collage.

Drei Bars sorgen für das leibliche Wohl der Gäste. Das Angebot ist einfach und preisgünstig und reicht von Schweizer Weisswein über Käse und Hirschsalsiz aus dem Kanton Graubünden bis hin zu Toblerone-Zacken und Ricola-Bonbons.

Das Werk des Gesamtautors und Architekten Peter Zumthor verzichtet auf virtuelle Erlebnisse und grosse Multimedia-Shows. Alles ist hier echt und zum Anfassen bis hin zu den Armee-Stiefeln, die von den Musikern, den Barbetreibern und den Guides getragen werden.

Gekostet hat der Schweizer Pavillon 25,5 Millionen Schweizer Franken. Das sind 7,5 Millionen mehr als das Parlament 1998 bewilligt hat. Der Klangkörper kam übrigens ganz ohne Sponsorengelder aus.

Gaby Ochsenbein

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