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Schwyz: Erstes restauriertes Festungswerk eröffnet

Die Linth bei Schloss Grynau in Tuggen (SZ) während dem Hochwasser im Mai 1999. Keystone

Die Stiftung Schwyzer Festungswerke hat am Samstag (04.11.) in Tuggen (SZ) die erste restaurierte Festung in Betrieb genommen. Es handelt sich um das im Zweiten Weltkrieg erbaute Infanterie-Werk Grynau.

Die Festung Grynau ist Teil der umfangreichen Linth-Stellungen, die ab 1940 als Schutz gegen einen allfälligen Angriff Deutschlands gebaut wurden. Sie umfassen Bunker, Unterstände, Waffenstellungen, Panzersperren. Allein im Kanton Schwyz wurden rund 400 Anlagen erstellt. Sie mussten ihre Feuerprobe allerdings nie bestehen und werden heute von der Armee nicht mehr benötigt.

Westlicher Brückenkopf der Linth-Stellungen

Die Grynau mit ihrer markanten Brücke über die Linth war stets ein wichtiger Übergang eines bedeutenden Handelswegs sowie eine umstrittene Zollstation. Sie genoss grosse strategische Bedeutung in der Region. Militärisch wurde sie bereits im Zürichkrieg, zur Zeit Napoleons und im Sonderbundskrieg genutzt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Grynau mit rund 1’000 Metern Stollen als westlicher Brückenkopf ein Schlüsselgelände der Linthstellung. Diese umfasste neben Strassensperren und Bunkern auch Anlagen zur Linth-Überflutung.

Mit der Überflutung und den dazugehörenden Werken sollte ein Hindernis von 15 km Breite geschaffen werden. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Werk Grynau als Verteidigungsstellung weiter benutzt. 1990 gab die Armee die Festung auf und entfernte die Waffen.

Im Februar 2000 wurde die Stiftung Schwyzer Festungswerke gegründet und Ständerat Bruno Frick zum Präsidenten gewählt. Sie möchte acht bis zehn Objekte – vom einfachen Infanteriebunker bis zum kleineren Artilleriewerk – erhalten. Die Werke verdienen es, nach Ansicht der Initianten, als militärhistorische Zeugnisse der Nachwelt erhalten zu bleiben.

swissinfo und Agenturen

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