Swatch tickt langsamer
Die Swatch Group hat letztes Jahr weniger Uhren verkauft. Der Gruppen-Reingewinn dürfte 10% tiefer ausfallen. Schuld daran soll die Konsumenten-Stimmung sein.
Aus Biel hat die Swatch Group um Nicolas Hayek fürs Geschäftsjahr 2001 einen Umsatzrückgang von etwas über 1,9% gemeldet. Damit erreichte der Umsatz noch 4,181 Mrd. Franken.
Den grössten Einbruch brachte die Sparte «Elektronische Systeme» mit sich, die 9,8% weniger verkaufte. Grund dafür ist laut der Gruppe die gesunkene Nachfrage der Mobiltelefonindustrie.
Luxusuhren im Plus
Der Bereich «Uhren», das wichtigste Standbein der Gruppe mit insgesamt 18 Uhrenmarken, konnte in Lokalwährungen um 0,7% zulegen, währungsbereinigt sank der Umsatz aber um 2,8%. Er erreichte noch 3,120 Mrd. Franken.
Besonders zum Umsatz beigetragen habe das Segment der Luxusuhren. Dank der neu integrierten Marken Breguet, Léon Hatot und Glashütte Original konnte die Gruppe in den letzten beiden Jahren eine Ausgangslage schaffen, um sich mit Omega und Blancpain zu einem wichtigen Anbieter des obersten Prestigesegments zu entwickeln.
Zeitmesser und Terror
Die letzten vier Monate hätten unter den Erwartungen der Swatch Group gelegen, teilte sie mit. Verantwortlich für die gedämpfte Konsumentenstimmung seien die Abschwächung der Börsenmärkte im Frühjahr und die terroristischen Ereignisse.
Deutlich unter Rekordjahr
Im Vorjahr hatte die Swatch-Gruppe nur Rekord-Zahlen vermelden können: Der Umsatz lag bei 4,263 Mrd. Franken, der Reingewinn hatte 651 Mio. Franken erreicht.
Analysten nicht überrascht aber zufrieden
Die Zahlen der Swatch Group Jahr entsprechen den Erwartungen der Analysten.
Das Geschäftsjahr 2002 werde für die Swatch Group kontrastreich sein, sagte Pierre Tissot von Lombard Odier & Cie. Die geringen Verkäufe im letzten Quartal 2001 würden sich in den Bestellungen des ersten Halbjahres 2002 niederschlagen.
Weltweit sei es der Swatch Group gelungen, den Schaden in Grenzen zu halten, stellt Jérôme Schupp von der Bank Szy & Co fest. Alles werde im laufenden Jahr von der Entwicklung der Konsumnachfrage abhängen. Es sei allerdings nicht mit einer spektakulären Erholung zu rechnen.
swissinfo und Agenturen
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