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Landessprachen first

(Keystone)

Schüler sollen eine Landessprache und nicht Englisch als erste Fremdsprache lernen. Dies hat die grosse Kammer bei der Beratung des neuen Sprachengesetzes entschieden.

Gar nicht zufrieden sind die Kantone. Sie kritisierten den Entscheid gegen das Früh-Englisch als unzulässige Einmischung in ihre Hoheit.

Die grosse Kammer des Schweizer Parlaments hiess am Donnerstag mit 87 zu 69 Stimmen das neue Sprachengesetz gut. Wichtigster darin verankerter Grundsatz: Schüler in der Schweiz sollen eine Landessprache als erste Fremdsprache lernen.

Für eine Landessprache als erste Fremdsprache stimmten vor allem die Linke und die rechtskonservative Schweizerische Volkspartei (SVP). Sie wollten die Landessprachen dem Englischen aus staats- und verständigungspolitischen Gründen vorziehen.

Es solle in der Schweiz auch künftig noch eine Verständigung in den Landessprachen geben, argumentierten die Befürworter. Wenn man sich nicht mehr verstehe, sei auch der nationale Zusammenhalt in der Willensnation Schweiz gefährdet.

Zudem seien die Landessprachen auf Schulniveau schwieriger zu erlernen und bräuchten daher mehr Zeit.

Früh-Englisch schon Praxis

Eine Kommissionsminderheit, die von Freisinn (FDP) und Christlichdemokraten (CVP) unterstützt wurde, schlug dagegen vor, für den Unterricht der obligatorischen Schulpflicht eine zweite Landessprache und eine weitere Fremdsprache vorzuschreiben, ohne eine Reihenfolge festzulegen.

CVP-Vertreterin Kathy Riklin verwies auf Zürich und die meisten Ostschweizer Kantone, in denen bereits Früh-Englisch unterrichtet werde. Diese Entwicklung könne man nicht aufhalten, so Riklin. Die Verteidiger der Landessprachen setzten sich in der umstrittenen Frage mit 112 gegen 56 Stimmen aber schlussendlich klar durch.

"Nicht verfassungskonform"

Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) kritisierte in einer ersten Reaktion prompt, der Entscheid habe keine verfassungsrechtliche Grundlage. Auch mit dem neuen Bildungsartikel könne der Bund nicht bestimmen, wann welche Fächer im Lernprozess einsetzten.

Die EDK verwies auf das vergangene Woche verabschiedete HarmoS-Konkordat. Darin werden zwei Fremdsprachen ab Primarschule vorgeschrieben - eine zweite Landessprache und Englisch. Die Reihenfolge aber wird regional geregelt.

Gar nicht erst eintreten auf das neue Sprachengesetz wollten SVP und Bundesrat, doch das Plenum wies die Nichteintretens-Anträge zurück. Das Geschäft geht nun in den Ständerat (kleine Kammer).

swissinfo und Agenturen

DAS SPRACHENGESETZ

Das Bundesgesetz über die Landessprachen und die Verständigung zwischen den Sprachgemeinschaften führt die einzelnen Punkte des Verfassungsartikels 70 aus.

Das Sprachengesetz verfolgt den Zweck, die Viersprachigkeit in der Schweiz und die interne Kohäsion zwischen den Sprachgruppen zu stärken.

Der Gesetzesentwurf sieht unter anderem den obligatorischen Unterricht einer Landessprache als erster Fremdsprache in den Schulen vor, zudem die Unterstützung der angewandten Forschung im Bereich der Sprachen und der Mehrsprachigkeit in wissenschaftlichen Kompetenzzentren.

Der Bund soll auch Anstrengungen für einen Schüleraustausch zwischen den Sprachregionen fördern.

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