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Acht Prozent mehr Bergtote im letzten Jahr

Grossereignisse wie Lawinenabgänge und das Canyoning- Unglück im Saxetbach haben das Bergjahr 1999 geprägt: 115 Menschen kamen in den Schweizer Bergen ums Leben, acht Prozent mehr als im Vorjahr. Die Einsätze des Alpenclubs stiegen um 20 Prozent.

Der SAC hatte 1999 mehr zu tun als im Vorjahr. Grossereignisse wie Lawinenabgänge im Februar und das Canyoning-Unglück im Saxetbach im Juli liessen die Einsätze um 20 Prozent steigen. 115 Menschen kamen ums Leben, acht Prozent mehr als 1998.

Verglichen mit den letzten zehn Jahren sei die Zahl der Bergtoten jedoch rückläufig, sagte Louis Salzmann, Präsident der Rettungskommission des Schweizer Alpenclubs (SAC), am Dienstag (11.04.) vor den Medien in Bern. Leider gelinge die Rettung von Vermissten trotz grosser Suchaktionen nicht immer.

Gerade das jüngste Beispiel der zwei vermissten Snowboarder in Les Diablerets kurz vor Weihnachten habe das gezeigt. Über deren Schicksal ist bis heute nichts bekannt. «Für die Retter ist es tragisch, dass sie keinen Erfolg hatten», sagte Salzmann.

Zehn Prozent mehr Unfälle

War 1997 die Zahl der Bergunfälle noch leicht zurückgegangen, stieg sie 1999 aufgrund der zwei Grossereignisse gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent. Der SAC und seine Partnerorganisationen retteten oder bargen 1’311 Menschen aus Bergnot. Zusammen mit Gleitschirm- und Deltaseglerunfällen sind es 1’447 Personen.

1999 führten SAC-Retter 388 Rettungsaktionen über 12’000 Stunden für 483 in Bergnot geratene Peronen durch. Gegenüber 1998 entspricht dies einer Zunahme von 20 Prozent.

Traurige Höhepunkte im Februar und Juli

Auf eine erste harte Probe gestellt wurden die rund 3’000 Retter im Februar, als durch anhaltende Schneefälle die Lawinensituation im Alpenraum vielerorts drastisch verschärft worden war: Mit 49 war die Zahl der Einsätze – vor allem präventiver Art – mehr als doppelt so hoch wie im Februar 1998. «Da kamen wir ans Limit», unterstrich Salzmann.

Einen traurigen Höhepunkt verzeichnet die SAC-Rettungsstatistik auch im Juli: Beim Canyoning-Unglück im Saxetbach im Berner Oberland starben 21 Menschen. Die Zahl der Einsätze im Juli ist denn mit 67 auch die höchste übers ganze Jahr.

Risiken zu wenig bewusst

Neue Trendsportarten wie Canyoning oder Mountainbiking sind teilweise mit hohen Risiken verbunden. Die Menschen seien jedoch nicht unbedingt risikofreudiger geworden. «Oft sind sich Bergsportlerinnen und Bergsportler einfach zu wenig bewusst, welchen Gefahren sie sich aussetzen.»

Für den SAC bedeute das eine ständige Herausforderung. Um ihr gerecht zu werden, hat der SAC 1999 seine Strukturen erneuert. Er arbeitet neu auf drei Ebenen: Gesamtschweizerisch mit der Rettungskommission, auf Stufe der Kantone mit den Rettungszonen, welche Koordinations- und Ausbildungsaufgaben übernehmen, und schliesslich den Rettungsstationen in den einzelnen Gemeinden, welche die Rettungseinsätze durchführen.

swissinfo und Agenturen

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