André Bucher bereits in Form
Beim Auffahrts- Leichtathletik- Meeting in Langenthal erzielte André Bucher über 1'000 m ausgezeichnete 2:15,73 Minuten. Mit dieser Jahres-Weltbestzeit blieb der 23-Jährige nur sieben Hunderstel über seiner Bestmarke, die er im Vorjahr aufgestellt hatte.
Über 300 m lief Mireille Donders (ST Bern) mit 36,75 Sekunden über 300 m eine neue Schweizer Bestleistung.
Zweieinhalb Wochen vor dem Rennen in Langenthal hatte André Bucher in Willisau über die selten gelaufene 1000-m-Distanz die Zeit von 2:17,73 Minuten erzielt und sich damit bereits an die Spitze der Jahres-Weltbestenliste gesetzt. «Die Art und Weise wie ich hier gelaufen bin, ist gegenüber Willisau ein deutlicher Schnitt nach vorne», zeigte sich der 800-m-EM-Zweite von 1998 mit seiner Leistung zum Abschluss der ersten Trainingsphase sehr zufrieden.
Weil am letzten Sonntag (28.05.) der geplante 800-m-Start in Hengelo (Ho) dem orkanartigen Wind zum Opfer gefallen war, konnte es der Luzerner in den letzten Tagen etwas ruhiger angehen. «Ich hatte nicht so schwere Beine vom Training wie noch in Willisau.»
Unter der Olympia-Limite
Angeführt von seinem bewährten Tempomacher Samuel Huber, der während rund 500 m führte, ging Bucher das Rennen sehr schnell an. Die 400-m-Marke wurde nach 51,4 Sekunden passiert; bei 600 m lautete die Zeit 1:18,9. Bei seinem Rekordlauf im Vorjahr ging der 800-m-Rekordhalter bei 53,0 und 1:20,7 durch. «Die Durchgangszeiten waren nach Plan», sagte Bucher nach dem Rennen. «Aber zwischen 600 und 800 Meter war ich zu schnell.» Deshalb kam 150 m vor dem Ziel der «Hammermann».
Im Vergleich zum Vorjahr war die letzte Runde deshalb auch langsamer: 56,5 zu 55 Sekunden. «Aber es lief mir eigentlich sonst vom ersten Meter an gut», zeigte sich Bucher, der die 800-m- Marke in 1:46,0 passierte, wegen des leichten Einbruchs nicht beunruhigt.
Immerhin blieb er damit schon unter der 800-m-Olympia- Limite von 1:46,30, die er am 25. Juni in Nürnberg unterbieten will. «Wenn ich nicht verletzt bin, sollte das eine Formsache sein», sagte Bucher.
Donders von Simasotchi gejagt
Die 100-m-Rekordhalterin Mireille Donders zeigte über 300 m, dass sie über ein gutes Stehvermögen verfügt. Nach einem schnellen Start hielt sie die 400-m-Spezialistin Corinne Simasotchi (Stade Genève) auf Distanz und unterbot in 36,75 Sekunden die über acht Jahre alte Schweizer Bestmarke (37,02) von Regula Anliker-Aebi um 27 Hunderstel. In 36,98 Sekunden blieb auch Simasotchi noch unter dem alten Wert.
Bei den Männern erzielte Alain Rohr in 33,30 Sekunden Schweizer Saisonbestleistung und blieb dabei 16 Hundertstel unter seiner persönlichen Bestmarke. Der 400-m-Hallen-EM-Fünfte verwies seinen 4×400-m-Staffel-Kameraden Laurent Clerc (Stade Genève/33,44) mit einem langen Endspurt auf Platz 2. 40 Minuten später ging Alain Rohr noch über 300 m Hürden an den Start, die er in ausgezeichneten 36,42 Sekunden ebenfalls gewann. Mit dieser Zeit rückte er in der «ewigen» Schweizer Bestenliste an die 6. Stelle, auf die gleiche Position wie sein 4×400-m-Staffeltrainer Peter Haas, der diese Zeit 1977 in Zug gelaufen war.
In einer ausgezeichneten Frühform befindet sich auch Paolo Della Santa. Der 26-jährige Tessiner verbesserte bei einem Gegenwind von 1,2 m/s seine persönliche Bestzeit von 13,81 aus dem Jahr 1998 um 12 Hundertstel auf 13,69. Damit blieb er nur gerade 4 Hundertstel über dem Olympia-Richtwert und acht Hundertstel über dem Schweizer Rekord von Ivan Bitzi.
Einen Formtest unternahmen ausserdem die letztjährigen WM- Teilnehmer Anita Brägger (800 m) und Christian Belz (3000 m Steeple). Die Luzernern wurde über 600 m in 1:28,56 gestoppt. «Ich war noch müde von einem harten Trainingslager in Deutschland». Dort hat die 27-jährige Schweizer Meisterin während 10 Tagen in der Gruppe von Trainer Thomas Springstein und der früheren Staffel-
Weltmeisterin Grit Breuer trainiert. Von einem geglückten Saisoneinstand sprach Christian Belz, der wegen einer Erkältungskrankheit eine Woche Training eingebüsst hat. Über 3000 m wurde der 25-jährige Berner in 8:07,65 gestoppt.
Über 300 m Hürden erzielte Nathalie Zamboni (LC Zürich) mit 40,27 Sekunden den zweitbesten Wert «aller Zeiten». Nur Martina Stoop (BTV Aarau), die als Zweite in 40,31 gestoppt wurde, war in der Schweiz mit 40,14 (1996) schon schneller gewesen.
swissinfo und Agenturen
In Übereinstimmung mit den JTI-Standards
Einen Überblick über die laufenden Debatten mit unseren Journalisten finden Sie hier. Machen Sie mit!
Wenn Sie eine Debatte über ein in diesem Artikel angesprochenes Thema beginnen oder sachliche Fehler melden möchten, senden Sie uns bitte eine E-Mail an german@swissinfo.ch