Asylsuchende sollen arbeiten können
Asylsuchende sollen einfacher eine Arbeitsbewilligung erhalten. Nach Ansicht des Bundesamtes für Flüchtlinge könnte dies die Schwarzarbeit eindämmen.
Das im September 1999 von der Regierung vorübergehend verhängte einjährige Arbeitsverbot für Asylsuchende wie auch die heute geltende Sperre von drei bis sechs Monaten haben nur eine beschränkte Wirkung gezeigt.
Höchstens ein paar hundert Personen konnten mit einem einjährigen Arbeitsverbot vom Arbeitsmarkt ferngehalten werden, heisst es in einer am Donnerstag in Bern vorgestellten Studie.
Die Situation auf dem Arbeitsmarkt spiele nur eine untergeordnete Rolle für die Wahl der Schweiz als Asylland, sagte Jörg Frieden, Vizedirektor des Bundesamtes für Flüchtlinge (BFF). Entscheidend seien vielmehr die zwischen Grossfamilien und Nationalitäten bestehenden sozialen Netze.
Sozialkosten gespart
Asylsuchende konkurrenzieren die einheimischen Arbeitskräfte kaum, da sie mit wenigen Ausnahmen in den unqualifizierten Positionen der Wirtschaft vertreten sind, heisst es in der Studie weiter, die das Schweizerische Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien im Auftrag des BFF erstellt hat.
Ein generelles Arbeitsverbot für Personen des Asylbereichs hat für die Wirtschaft nur geringe Auswirkungen, zieht aber hohe Kosten für die öffentliche Hand nach sich.
Dass heute 15’000 bis 17’000 Personen oder rund ein Drittel der Asylsuchenden im erwerbsfähigen Alter legal arbeiten dürfen, spart Sozialhilfekosten von 400 bis 500 Mio. Franken pro Jahr.
Für die Betroffenen ist eine Erwerbstätigkeit evident, um eine finanzielle Selbstständigkeit und eine Integrations-Perpektive zu entwickeln, sagte Frieden.
Die Gesellschaft hat ein Interesse daran, weil soziale Spannungen vermieden werden können. Die Arbeitslosen-Versicherung wird von Asylsuchenden nur punktuell und berechtigt beansprucht.
Arbeiten im Tieflohn-Bereich
Für die Gesamtwirtschaft spielen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Asyl suchen eine bescheidene Rolle. Teilweise auf sie angewiesen sind aber das Gastgewerbe, die Reinigungsbranche und die Landwirtschaft.
Bauern suchten mehr solche Arbeitnehmenden, als sie heute bekommen könnten, sagte BFF-Vizedirektor Frieden. Der Mangel erkläre sich auch damit, dass Asylbewerber gemäss dem Verteilungsprinzip zu einem grossen Teil in Städten lebten und relativ unmobil seien.
Auch die Befragung von 1300 Unternehmen in der ganzen Schweiz zeige, dass eine nicht befriedigte Nachfage nach Arbeitskräften im Tieflohnbereich bestehe. Asylbewerber sind vorwiegend auf den untersten Stufen der Berufshierarchie zu finden. Unter den 15’415 Beschäftigten waren nur fünf Direktoren und neun höhere Angestellte.
swissinfo und Agenturen
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