Auf Klage gegen Südafrika verzichten
28 Schweizer Entwicklungs- und Hilfsorganisationen haben die beiden Schweizer Pharmamultis Roche und Novartis aufgefordert, sich aus der Klage gegen Südafrika zurückzuziehen. Die Gesundheit und das Leben unzähliger Menschen müsse unbedingt höher gewichtet werden als die wirtschaftlichen Interessen.
Die Forderung erfolgt am Vortag der Wiederaufnahme der Gerichts-Verhandlungen in Pretoria vom Mittwoch (18.04.). Mit der Klage hatten 39 international tätige Pharmafirmen die Umsetzung einer Regelung in Südafrika verhindert, mit der dank Zwangslizenzen und Parallelimporten die Medikamenten-Preise gesenkt und der Bevölkerung der Zugang zu den lebenswichtigen Aids-Medikamenten erleichtert werden sollte.
Die Schweizer Pharmafirmen werden im weiteren aufgefordert, ihr aktives Lobbying für staatliche Gesetze und internationale Abkommen zu unterlassen, die den Zugang zu Medikamenten noch mehr erschweren.
In einem weiteren Brief fordern die Organisationen die Schweizer Regierung auf, sich bei internationalen Abkommen für eine Einschränkung des Patentrechts einzusetzen, wenn elementare Menschenrechte beschnitten werden.
swissinfo und Agenturen
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