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Borodin will in die Schweiz ausgeliefert werden

Der frühere Kreml-Verwalter Pawel Borodin. swissinfo.ch

Der frühere Kreml-Verwalter Pawel Borodin hat vor dem Bundesbezirksgericht in Brooklyn seine eigene Auslieferung in die Schweiz verlangt. "Ich habe nichts zu befürchten und bestehe darauf, dass ich unschuldig bin", sagte Borodin am Montag (02.04.).

Borodin sagte vor dem zuständigen Richter Viktor Pohorelsky, er sei sicher, dass die Schweizer Gerichte ebenfalls seine Unschuld einsehen würden. Auch wenn nicht alle rechtlichen Mittel im Kampf gegen seine Auslieferung ausgeschöpft seien, wolle er nicht länger in US-Haft bleiben.

Wie es in den USA hiess, wird Borodin binnen der nächsten sieben bis zehn Tage an die Schweiz ausgeliefert. Ursprünglich war angenommen worden, dass bis zur Auslieferung Borodins an die Schweiz ein bis zwei Jahre vergehen könnten.

Schweiz begrüsst «einfache Lösung»

Die Schweiz sei froh, dass sich der Fall nun so einfach lösen lasse, sagte Folco Galli, Sprecher im Bundesamt für Justiz (BJ). Wenn Borodin ausgeliefert sei, habe der Bund seinen Part gespielt. Danach liege es an den Genfer Behörden, das Verfahren durchzuziehen.

Mit seiner Erklärung bei der Anhörung in Brooklyn hat Borodin offiziell in die vereinfachte Auslieferung an die Schweiz eingewilligt. Damit können die USA Borodin ausliefern, ohne ein formelles Auslieferungs-Verfahren durchzuführen, wie das BJ in einem Communiqué mitteilte.

Der Genfer Generalstaatsanwalt Bernard Bertossa war am Montagabend für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Vor der Anhörung vom Montag hatte er aber erklärt, er erwarte, dass bis zur Auslieferung noch bis zu einem Jahr vergehen werde.

Demonstration in Moskau

Unterdessen demonstrierten in Moskau Hunderte von Studenten vor der US-amerikanischen Botschaft für die Freilassung von Borodin, wie das russiche Fernsehen ORT berichtete. Die Demonstranten verbrannten dabei eine amerikanische Fahne und schrien «Freiheit für Borodin».

20’000 Russen unterzeichneten zudem eine Petition, welche die Freilassung Borodins verlangt, wie ein Sprecher Borodins sagte. Die Petition soll nächstens den amerikanischen Behörden überreicht werden.

Am 17. Januar verhaftet

Borodin war am 17. Januar aufgrund eines internationalen Haftbefehls der Schweiz in New York verhaftet worden. Ihm werden von den Genfer Untersuchungs-Behörden Geldwäscherei und die Zugehörigkeit zu einer kriminellen Organisation vorgeworfen. Die Schweiz hat deshalb ein Auslieferungsbegehren gestellt.

swissinfo und Agenturen

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