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Entscheid im Fall Hänggi / Giovanoli erwartet

In Guatemala wird heute Donnerstag (30.03.) der Entscheid über das Schicksal der wegen Drogenhandels inhaftierten Schweizer Nicolas Hänggi und Silvio Giovanoli bekanntgeben. Im besten Fall kommen die beiden gegen eine Geldstrafe frei.

In Guatemala fällt das Appellationsgericht am Donnerstag (30.03.) seinen Entscheid über das Schicksal der zwei wegen Drogenhandels inhaftierten Schweizer Silvio Giovanoli und Nicolas Hänggi.

Falls das Gericht dem Urteil vom Februar 1999 zustimmt, können Giovanoli und Hänggi mit einer baldigen Freilassung rechnen. Falls jedoch die harten Urteile vom September 1998 bestätigt würden, müssten die beiden wohl die in erster Instanz verhängte Strafe von zwanzig Jahren absitzen.

Die Schweiz ist bei der Bekanntgabe des Entscheids durch den Konsul vertreten, wie der Botschafter in Guatemala, Christian Hauswirth, auf Anfrage sagte.

Bei einem aufsehenerregenden Drogenprozess waren im September 1998 der ehemalige Nestlé-Direktor Andreas Hänggi wegen internationalem Drogenhandels zu zwölf Jahren, sein Sohn Nicolas sowie Silvio Giovanoli zu je 20 Jahren Haft sowie hohen Geldstrafen.verurteilt worden.

In zweiter Instanz sprach das Appellationsgericht von Zacapa Andreas Hänggi im Februar 1999 frei, die Strafen der beiden anderen wurden massiv reduziert. Andreas Hänggi verliess das Land kurz nach seinem Freispruch und lebt nun in Argentinien.

Revisionsurteil aufgehoben

Das Oberste Gericht Guatemalas hob das Urteil auf Antrag des Staatsanwaltes wegen Formfehlern aber auf und übergab es zur Neubeurteilung dem Gericht in Zacapa zurück. Diesem wurde ausserdem vom Innenminister und vom Generalstaatsanwalt vorgeworfen, Druck aus der Schweiz stattgegeben zu haben, als die Maximalstrafen gegen Hänggi und Giovanoli drastisch reduziert wurden.

Nicolas Hänggi arbeitete mit dem Deutschen Hartmut Zersch, welcher wegen Drogenhandels in Deutschland zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt wurde, im Zierpflanzen-Export zusammen. Der
Export lief über Giovanolis Firma.

Drogenprozesse sind Politikum

Der damalige Nestlé-Direktor hatte auf Bitten seines Sohnes den verhängnisvollen Container bestellt, in welchem im August 1997 13 Kilogramm Kokain gefunden worden waren.

Drogenprozesse sind in Guatemala ein Politikum. Auf Druck der USA drängen die Anklagebehörden auf drakonische Strafen gegen Drogenhändler. Angesichts der harten Strafe im September 1998 wurde diese These mehrmals zur Erklärung herangezogen.

swissinfo und Agenturen

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