Erste Angaben über Schweizer Opfer
Bei den Terroranschlägen in den USA ist mindestens eine Schweizerin ums Leben gekommen. Sie starb in einem der vier von Terroristen entführten Flugzeuge. Es gibt Hinweise auf weitere Opfer.
Die Frau war an Bord eines der beiden Flugzeuge die von den Terroristen in die Türme des World Trade Centers geflogen wurden. Sie wollte am Dienstagmorgen mit einer Maschine der United Airlines von Boston nach Los Angeles fliegen. Zu ihrer Identität macht das Schweizerische Aussenministerium (EDA) aus Rücksicht auf die Angehörigen zunächst keine Angaben.
Es gebe zudem vorerst unbestätigte Anzeichen auf weitere Schweizer Opfer, wie Botschafter Walter Thurnherr vom EDA vor den Medien sagte. Ein Hinweis betreffe einen Doppelbürger, der in einem der entführten Flugzeuge von Boston nach Los Angeles gewesen sein könnte.
Ebenfalls vermisst werde ein Angehöriger einer Schweizerin. Beide hätten sich beim Einschlag eines der Flugzeuge im World Trade Center befunden. Die Frau habe das Gebäude verlassen, der Mann habe bis zum Gebäudeeinsturz bei den Bergungsarbeiten geholfen.
Schliesslich lagen dem EDA Hinweise über eine 64-jährige Frau vor, die in einem der Hochhäuser im 78. Stock gearbeitet habe. Eine weitere Schweizerin könnte zudem in einem der entführten Flugzeuge mit ihrem Mann auf der Hochzeitsreise unterwegs gewesen sein.
Dem EDA lagen bis Mittwochabend keine Passagierlisten vor. Es werde noch einige Tage dauern, bis Klarheit über die Schweizer Opfer bestehe, sagte Thurnheer.
Wie Manuel Sager, Sprecher der Schweizer Botschaft in Washington, gegenüber swissinfo sagte, seien Vertreter des General-Konsulats in New York dabei, in Spitälern nach allfälligen Schweizer Opfern zu suchen. «Man kontaktiert zudem Schweizer Firmen, um zu sehen, ob es allenfalls zu Vermisst-Meldungen gekommen ist.»
Auf der Hotline des EDA in Bern gingen bis am frühen Mittwochabend gegen 3’000 Anrufe von besorgten Angehörigen ein. Das EDA habe eine Liste mit 700 vermissten Personen. Diese müssten nicht von den Anschlägen betroffen sein, hätten sich aber vorerst noch nicht bei ihren Angehörigen in der Schweiz gemeldet.
Das Schweizer Generalkonsulat in New York hatte laut EDA rund ein halbes Dutzend schweizerische Institutionen sowie über ein Dutzend Schweizer Firmen mit Niederlassungen im Katastrophengebiet angefragt. Keine dieser Unternehmen und Institutionen habe Opfer oder Vermisste zu beklagen, sagte eine Sprecherin. Die Grossbank UBS gab allerdings am Mittwoch bekannt, dass zwei ausländische Mitarbeiter in New York seit den Anschlägen vermisst würden.
Von den 14 Schweizerinnen und Schweizern, die in unmittelbarer Nähe des World Trade Centers in Manhattan wohnten, konnte vom EDA bis zum Mittwoch erst ein Mann kontaktiert werden. Er ist wohlauf. Gleiches gilt für die Mitarbeitenden des Schweizer Generalkonsulats und der Schweizer UNO-Mission in New York.
swissinfo und Agenturen
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