Fussball:Lugano hofft auf ein Wunder
Im Hinspiel in der Ukraine mit 0:3 deutlich in Rückstand geraten, muss der FC Lugano am Dienstag (31.07 um 20.15 Uhr Schweizerzeit) im Rückspiel der zweiten Qualifikations-Runde für die Champions League gegen Schachtjor Donetsk auf ein Wunder hoffen, wenn er sich doch noch für die nächste Runde gegen Borussia Dortmund qualifizieren will.
Mal angenommen, das Wunder geschieht nicht, ist das diesjährige Europacup- Abenteuer der Tessiner bereits wieder zu Ende, ohne dass man einen einzigen Franken verdient hätte.
«Meine Spieler müssen mit jeder Phase zeigen, dass sie den Willen haben, den Exploits doch noch zu schaffen», verbreitet Lugano-Trainer Roberto Morinini Trotzparolen. Nach einem schnellen Gegentor könnten die Ukrainer noch in Bedrängnis geraten, denkt er.
Gimenez fehlt halt
Morinini wird seine Mannschaft deshalb zwangshalber offensiver ausrichten müssen, als er es noch im Hinspiel vor einer Woche im heissen Donetsk getan hatte. Für den damals einzigen Stürmer André Muff, der weder im Hinspiel noch am Wochenende gegen Servette Vorgänger Christian Gimenez vergessen machen konnte, wird Ludovic Magnin ins Team rücken.
Im Angriff werden diesmal Julio Hernan Rossi und Joël Magnin den schnellen Torerfolg anstreben. Unterstützt vom ballgewandten und dribbelstarken Brasilianer Caico, der leicht zurückversetzt beginnen wird. Auf den Aussenbahnen sollen Alain Gaspoz und Ludovic Magnin für Druck nach vorne sorgen. Und in die Abwehr kehrt der Bulgare Zlatomir Zagorcic zurück. Der Abwehrchef hat sich von seiner Oberschenkelzerrung erholt und muss der Hintermannschaft zu mehr Stabilität verhelfen. Ihm wird Markus Brunner weichen müssen.
Ukrainer sind stärker
Eine starke Abwehr ist gegen die pfeilschnellen Ukrainer vonnöten. Torschützenkönig Worobiei, Stürmer Aghahowa und die beiden Aussenläufer Zubow sowie Bacharew sind auch in Lugano jederzeit für einen Treffer gut, nachdem sie schon in Donetsk an allen drei Toren beteiligt waren. Vor allem dann, wenn den Tessinern die Zeit davon läuft und sie ihre Abwehr immer mehr öffnen müssen. Zudem haben die Ukrainer mit dem Rumänen Daniel Florea rechtzeitig vor dem Rückspiel einen weiteren Söldner verpflichtet.
Es ist hypothetisch zu fragen, wo Lugano vor dem heutigen Rückspiel mit Torschützenkönig Gimenez und Kubilay Türkyilmaz stehen würde. Auf beide Stürmer hat Morinini diese Saison verzichtet, wohl auf Druck von oben und ganz bestimmt aus finanziellen Überlegungen. Nun droht das allzu frühe Ausscheiden aus dem Europacup, ohne dass man einen Franken verdient haben wird.
Und nur einen Tag später dürfte sich der FC Basel in Lausanne für das UIC-Finalspiel gegen Aston Villa oder Rennes qualifizieren. Es wäre paradox, wenn die Basler dank Neuzuzug Gimenez auch noch die Teilnahme für den UEFA-Cup schaffen würden, während Lugano ohne Gimenez sang- und klanglos ausgeschieden ist.
swissinfo und Agenturen
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