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Glück und Pech

Martin Annen (vorne) ist einmal mehr hervorragend gefahren. Keystone Archive

Während Christian Reich im Zweierbob-Weltcup-Rennen in Lake Placid auf dem Weg zum Sieg stürzt, fährt Martin Annen auf den zweiten Platz. Der Sieg geht an Todd Hays.

Reich (34) lag nach halbem Pensum bloss 14 Hundertstel hinter Hays, legte hernach eine fulminante Reprise in die Bahn und liess sich hervorragende Zwischenzeiten notieren. In der 17. von 21 Kurven erhielt der Schlitten des Aargauers allerdings einen Schlag, Reich konnte nicht mehr ausreichend korrigieren, und der Bob verlor ausgangs der 18. Kurve das Gleichgewicht.

Der Schlitten kam innert weniger Sekunden von 130 km/h fast zum Stillstand. Reich prallte mit dem Helm mehrmals aufs Eis. Er trug eine Kopfprellung davon, wie der deutsche Mannschaftsarzt Nieswang in der ersten Diagnose festhielt. Zur Kontrolle wurde Reich zunächst ins Spital von Lake Placid, dann zu umfangreichen medizinischen Untersuchungen in jenes von Saranac Lake überführt. Bei Reichs Anschieber Steve Anderhub geriet vorab der rechte Unterarm (Schürfungen und Prellungen) in Mitleidenschaft. Ob Reich das Viererbob-Rennen vom Sonntag bestreiten kann, blieb am Samstag ungewiss.

Annen im Moment top

Reich ist der erste Schweizer seit Marcel Rohner an der WM 2000, der in einem wichtigen Rennen stürzte. Auch der mittlerweile zurückgetretene Rohner befand sich damals in einer verheissungsvollen Ausgangslage. «Reich hätte gewonnen», sagte der Schweizer Sportchef Hans Hiltebrand. Wegen den im Vergleich zum Training weitaus tieferen Temperaturen wurde der Bahnrekord im ersten Durchgang gleich neun Mal verbessert.

So trug erneut Martin Annen (27) die beste Schweizer Platzierung davon. «Es war wichtig, die Balance zwischen Sicherheit und Risiko zu finden», sagte der Schwyzer. «Ich habe mich für Kufen entschieden, die möglicherweise nicht so schnell sind, die ich aber gerne fahre, und mit denen ich mich sicher fühlte.»

Annen schnitzerte zwar einige Male, dank den starken Startzeiten (mit Cédric Grand anstelle des erkrankten Standard-Bremsers Beat Hefti) und dem hervorragenden Material verbuchte er aber erneut einen Spitzenplatz. In der Reprise verlor der Schweizer bloss ein Hundertstel auf den Sieger. Im ersten Durchgang hatte Annen das Handicap einer hohen Starnummer zu tragen.

Reto Götschi (36) konnte sich schon im Training mit der anspruchsvollen Bahn nicht anfreunden und musste sich im Rennen mit Platz 10 begnügen.

swissinfo und Daniel Good, Lake Placid (Si)

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