Hohe Hürden für Schweizer UEFA-Duo
Die beiden Schweizer Klubs haben für die 3. Runde des UEFA-Cups schwere, aber attraktive Gegner zugelost erhalten. Die Grasshoppers bekommen es mit Leeds United zu tun und Servette mit Hertha Berlin.
Als erschwerender Umstand kommt hinzu, dass GC und Servette zuerst zu Hause antreten müssen. Die Hinspiele finden am 22. November, die Rückspiele am 6. Dezember statt. Für beide dürfte sich jedoch der Vorstoss in die Sechzehntelfinals zumindest finanziell auszahlen: Leeds und Hertha scheinen Garanten für volle Stadien.
Weniger rosig sind die sportlichen Perspektiven. Es bedarf eines Exploits, damit der Schweizer Fussball erstmals seit zwölf Jahren auch im Frühling noch im Europacup vertreten ist. 1990 standen die Grasshoppers im Viertelfinal des Cups der Cupsieger gegen Sampdoria Genua.
Zaugg skeptisch
«Ich bin sehr zufrieden. Von den vier möglichen Gegnern hatte ich mir Leeds gewünscht», sagte GC-Generalmanager Georges Perego nach der Auslosung in Genf. Trainer Hans-Peter Zaugg, der sich noch auf der Rückreise aus Holland befand, ist etwas anderer Ansicht: «Ich hätte lieber gegen Parma gespielt. Leeds ist ein äusserst schwieriger Gegner, der einen dynamischen Fussball spielt.»
Die Zürcher treten gegen den derzeitigen Zweiten der englischen Meisterschaft als Aussenseiter an. Leeds stand in der vergangenen Saison im Halbfinal der Champions League und verpasste die erneute Teilnahme erst im letzten Durchgang der Saison 2000/01. In der laufenden Meisterschaft erreichten die vom Iren David O’Leary trainierten Nordengländer sowohl in Liverpool als auch bei Meister Manchester United ein Unentschieden.
Leeds hatte in der 2. Runde des UEFA-Cups allerdings Glück. In Troyes lag es 1:3 zurück und stand trotz des 4:2-Siegs im Hinspiel vor dem Ausscheiden, ehe Stürmer Robbie Keane den entscheidenden Treffer markierte. Der Ire bildet mit den beiden Australiern Harry Kewell und Mark Viduka ein ungemein starkes Offensiv-Trio.
In der Defensive ist Leeds ebenfalls überdurchschnittlich besetzt. Im Tor steht der Internationale Nigel Martyn, vor ihm agiert Rio Ferdinand. Der Abwehrchef war vor einem Jahr für die Rekord-Transfersumme von 50 Mio. Franken für einen Verteidiger von West Ham an die Elland Road gewechselt.
Im Europacup trifft Leeds zum zweiten Mal auf ein Schweizer Team. In der Saison 1974/75 eliminierten die Engländer den FC Zürich im Sechzehntelfinal des Meistercups.
Hertha nicht in Topform
Die Hürde für Servette scheint etwas weniger hoch zu sein. Hertha Berlin ist in der Bundesliga bisher nicht über einen Platz im Mittelfeld gekommen. Der selbsternannte Titelanwärter machte neben dem Spielfeld mehr von sich reden. Regisseur Sebastian Deisler hat nach langem Hin und Her seinen Transfer zu Bayern München bekannt gegeben, was für weit grösseres Aufsehen sorgte als die bescheidenen Darbietungen auf dem Platz.
Zudem sind die Hauptstädter von Verletzungssorgen geplagt. Deisler wird wohl bis Ende Jahr fehlen, und Alves erlitt am Donnerstag gegen Viking Stavanger eine Knieverletzung. Wie lange der Brasilianer ausfällt, ist noch ungewiss. Mit Mittelfeldspieler Stefan Beinlich, Topskorer Michael Preetz sowie dem ungarischen Torhüter Gabor Kiraly verfügt aber Hertha noch immer über genügend Potenzial zur Favoritenrolle gegen Servette.
Diesen Eindruck vermittelt auch die Statistik. Erst einmal in 14 Duellen konnte sich eine Schweizer Equipe gegen einen Bundesligisten durchsetzen. Zuletzt zog St. Gallen gegen den SC Freiburg den Kürzeren.
swissinfo und Agenturen
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