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Keine Hochtour ohne Risiko

Eine Rettungsaktion, wie hier im Bild, kam in den letzen Tagen für zehn Alpinisten zu spät. Keystone

Seit letztem Samstag kamen in den Schweizer Bergen zehn Alpinisten ums Leben. Dies hat laut dem Schweizer Alpen-Club (SAC) mit den guten Verhältnissen zu tun, die mehr Alpinisten in die Berge locken. Im langjährigen Vergleich jedoch sind die Unfallzahlen rückläufig.

Das bisher schwerste Unglück dieses Sommers ereignete sich am Mittwoch (26.08.) am Lauteraarhorn, wo eine Viererseilschaft in den Tod stürzte. Ernst Maurer, der als Rettungschef des SAC Oberhasli an der Bergung der Leichen beteiligt war, bezeichnete die Hochtour als anspruchsvoll. Die Gruppe habe aber nichts dem Zufall überlassen. Von Fahrlässigkeit könne nicht die Rede sein, sagte Maurer gegenüber dem «Blick».

Weniger Unfälle bei schlechtem Wetter

Ueli Mosimann, zuständig beim Schweizer Alpen-Club (SAC) für die Bergunfall-Statistik, führt die Häufung in den letzten Tagen auf die guten Bedingungen zurück. Mitte Juli bis Ende August sei Hochsaison. Wenn das Wetter wie im vergangenen Jahr schlecht sei, seien auch weniger Leute unterwegs, und entsprechend gebe es weniger Unfälle. «Hochtouren sind immer mit einem gewissen Risiko verbunden», meint Mosimann.

Zahlen eher rückläufig

Seit Anfang Juni starben mindestens 47 Menschen in den Bergen, zeigt eine Zusammenstellung der Nachrichten-Agentur AP. Im vergangenen Jahr waren es in der gleichen Periode nur 28 Menschen.
Im längerfristigen Vergleich ist die Unfallhäufigkeit in den Schweizer Bergen allerdings rückläufig. Laut Ueli Mosimann bewegte sich die Zahl der tödlichen Unfälle in den vergangenen Jahren immer zwischen 100 bis 120. 1985 waren es noch 195 Bergtote.

Frauen verunfallen seltener

Rund 50 Prozent aller Verunglückten in den Bergen, also auch auf Skitouren oder Wanderungen, seien Schweizer, weiss Mosimann. Bei den Hochtouren liege der Ausländer-Anteil aber bei rund 80%.
Auffällig sei auch, dass der Frauenanteil nur sehr klein sei. Etwa ein Drittel der Bergsteiger seien Frauen. Ihr Anteil am Unfall-Geschehen liege aber nur bei zehn bis 15 Prozent. «Frauen sind vorsichtiger und vernünftiger», sagt Mosimann.

Am Mittag bereits wieder in der Hütte

Der SAC-Experte mahnt nicht nur zur Vernunft, sondern auch zur Vorsicht bei guten Bedingungen. Im Hochtouren-Gebiet sei es sehr wichtig, den Zeitplan einzuhalten und bereits am Mittag wieder von der Tour zurück zu sein. Am Nachmittag müsse oft mit Gewittern gerechnet werden.
Der Grindelwaldner Rettungschef Walter Egger zeigte sich beunruhigt, dass erschreckend viele Leute auf Gletschern unangeseilt seien.

swissinfo und Agenturen

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