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Olympia: Goldempfehlung

Evelyne Leu: "Ich kann hier ganz sicher Gold holen". Keystone

Die Schweizer Ski-Akrobatin Evelyne Leu hat sich in Deer Valley mit einer Weltklasse-Leistung für den Olympia-Final der Springerinnen von Montagabend qualifziert.

Mit der besten von einer Frau je erzielten Benotung – mit 203,16 Punkten – deklassierte die 25-Jährige ihre Konkurrenz regelrecht. Im Vergleich zu den anderen Favoritinnen pokerte Leu enorm hoch, womit sie beim amerikanischen Publikum für wahre Begeisterungsstürme sorgte und die Juroren zur Höchstwertung zwang. Nach einem perfekten ersten Sprung mit drei Salti und zwei Schrauben riskierte sie trotz deutlicher Führung alles und zeigte ihren Paradesprung, den «full-full-full».

Noch nie zuvor hatte Leu es gewagt, im Wettkampf den mit drei Schrauben kombinierten Dreifachsalto zu springen. Dieses im Frauen- Circuit wohl kaum mehr zu überbietende Manöver, das sonst neben ihr und der am Knie schwer verletzten Australierin Jacqui Cooper keine andere Athletin beherrscht, habe sie selbst im Training erst fünfmal geübt.

«Full-full-full» à tout prix schon jetzt

Trotz ihrer frappanten Überlegenheit im ersten Teil hat Leu nicht in Erwägung gezogen, das Risiko zu dosieren und sich einfach die Teilnahme im Final der besten zwölf zu sichern: «Nein, ich wollte den Paradesprung unter allen Umständen schon in der Qualifikation springen. Das bedeutete mir sehr viel.»

Die Schmerzen im lädierten rechten Knie hätten sich in Grenzen gehalten. Mit ein paar Schmerztabletten sei die Kapselverletzung, die sie schon vor Wochen bei einer missratenen Landung erlitten hatte, zu verkraften. Zwei Sprünge trennen sie noch vor dem zweiten Olympiasieg einer Schweizerin nach Sonny Schönbächlers Gold-Coup vor acht Jahren in Lillehammer – da lässt sich einiges verschmerzen.

Siegesgewisse Schweizerin

Weder die überraschende Australierin Alisa Camplin, die auf die entfesselte Leu 19,5 Punkte einbüsste, noch die weissrussische Weltranglisten-Erste Alla Tsuper (181,37) verfügen noch Potenzial zu Steigerung; sie schienen sich eher über als unter ihrem Limit zu bewegen. Und mit Cooper sass die einst grösste Anwärterin auf den Olympiasieg im Publikum.

Schon vor den Olympischen Spiele habe sie mit einer sehr guten Platzierung gerechnet, «weil ich um meine Qualitäten weiss». Nach ihren beiden Fabel-Flügen hat sie nun aber die Gewissheit, «dass ich hier ganz sicher Gold holen kann»

swissinfo und Sven Schoch, sda

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