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Pro Helvetia: Breite Kulturarbeit trotz knapper Mittel

Bernard Cathomas, seit 1998 Direktor der Pro Helvetia, verlässt die Kulturstiftung. Keystone

Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia hat im vergangenen Jahr erneut rund 2'000 Veranstaltungen und Projekte aller Kultursparten im In- und Ausland unterstützt. Das Budget betrug 30 Mio. Franken, wie Pro Helvetia in ihrem am Donnerstag (28.06.) veröffentlichten Jahresbericht mitteilte.

Mit rund 4’000 Gesuchen verzeichnete Pro Helvetia im letzten Jahr einen neuen Rekord an Anträgen. Die Hälfte wurde ganz oder teilweise zustimmend beantwortet. Von den gesprochenen Beiträgen und Krediten entfielen 38 Prozent auf das Inland und 62 Prozent auf das Ausland. 1999 war mit ebenfalls 30 Mio. Franken die gleiche Zahl von Projekten unterstützt worden.

Wegen fehlender Mittel seien im letzten Jahr Projekte abgelehnt worden, die in vieler Hinsicht den Kriterien genügt hätten, sagte der scheidende Direktor Bernard Cathomas vor den Medien. Deshalb seien bevorzugt Projekte von überregionaler oder internationaler Geltung, zeitgenössisches Schaffen, die Sprachgrenzen überschreitende Vorhaben und neue Medien berücksichtigt worden. Die vorhandenen Mittel von jährlich 32 Mio. Franken reichten faktisch nicht aus, um den gesetzlichen Auftrag in seiner Breite zu erfüllen, sagte Cathomas. Deshalb seien Schwerpunkte zu setzen, und der Stiftungsrat müsse eine Strategiediskussion führen.

Die angelaufene Reform müsse die Kulturstiftung zu einer modernen Organisation nach den Grundsätzen des Nonprofit-Managements machen. Zwischen den verschiedenen Bundesstellen, die mit Kulturfragen betraut sind, müsse eine Neuzuteilung der Aufgaben erfolgen. Berührungsängste zu öffentlichen und privaten Partnern der Kulturförderung seien fehl am Platz. Für Neues, Unerprobtes oder gar für Überspanntes und Verrücktes sollte Pro Helvetia grosszügiger Risikokapital zur Verfügung stellen.

Cathomas war seit April 1998 Direktor von Pro Helvetia und wird neuer Direktor von Radio e Televisiun Rumantscha. Ab 1. Juli wird Francois Wasserfallen interimistischer Direktor von Pro Helvetia.

swissinfo und Agenturen

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