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Pro-tschetschenische Geiselnehmer in der Türkei keine Unbekannten

Die schwerbewaffneten Geiselnehmer, die in der Nacht zum Montag im Istanbuler Swissôtel zahlreiche Geiseln genommen hatten, sind in der Türkei keine Unbekannten.

Die pro-tschetschenische Gruppe um Muhammed Emin Tokcan hatte im Januar 1996 in Trabzon am Schwarzen Meer eine Fähre entführt, die nach Russland fahren sollte. Die auch damals schwer bewaffneten Männer hielten auf der Fähre «Avrasya» mehr als 200 Menschen in ihrer Gewalt.

Diese Geiselnahme endete nach 72 Stunden in Istanbul. Die Männer ergaben sich den Behörden. Mit der Aktion wollte die Gruppe auf das Vorgehen Russlands in Tschetschenien hinweisen. Die Männer waren vom Istanbuler Staatssicherheitsgericht (DGM) wegen bewaffneter Geiselnahme zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

Tokcan konnte jedoch 1997 aus dem Gefängnis fliehen. 1999 wurde er erneut festgenommen. Ende vergangenen Jahres kam Tokcan im Rahmen einer Amnestie frei.

Tschetschenischen Rebellen unterhalten rege Kontakte zu radikalen islamischen Kreisen in der Türkei, in der viele Menschen kaukasischer Herkunft sind. Unter anderem reisen Rebellen häufig in die Türkei, um Geld für Waffenkäufe zu organisieren. Zudem nutzen sie das Land, um verwundeten Kämpfern einen «Rehabilitationsurlaub» zu ermöglichen.

swissinfo und Agenturen

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