Schweiz-Südafrika: Aus der Vergangenheit lernen
Die Schweiz habe spezielle Beziehungen zum Apartheid-Regime gehabt, sagt Südafrikas Botschafterin Nozipho January-Bardill in einem Zeitungsinterview. Doch seit 1994 hätten die beiden Länder eine neue Beziehung aufgebaut.
«Wir wissen, dass die Schweiz Südafrika zur Zeit der Apartheid finanziell unterstützte», sagte January-Bardill, seit Mai Botschafterin in Bern, in einem Interview mit der «Aargauer Zeitung» vom Montag (27.08.).
Sollte die Schweiz ihre eigene Vergangenheit aufarbeiten wollen, würde Südafrika sie darin auf jede mögliche Weise unterstützen. Konkret würde Südafrika Rechtshilfe gewähren, falls die Schweiz im Fall Regli ein Rechtshilfegesuch einreichen würde. Bereits im Juli 2000 übergab die südafrikanische Staatsanwaltschaft den Schweizer Behörden umfangreiches Aktenmaterial.
Die Schweiz könnte aber auch – neben anderen Ländern, die Kontakte zum Apartheid-Regime hatten – im Rahmen des Programms «Jubilee 2000» einen Schuldenerlass in Erwägung ziehen. «Dies wäre natürlich schön», meint January-Bardill. Andererseits wolle Südafrika nicht an Kreditwürdigkeit verlieren, weil es seine Schulden nicht zurückzahle.
Heute seien die Beziehungen zwischen der Schweiz und Südafrika sowohl politisch als auch wirtschaftlich sehr gut, sagte die Botschafterin weiter. Trotzdem wolle sie die Vergangenheit nicht vergessen. «Man kann die Vergangenheit nicht ändern. Aber man kann aus der Vergangenheit lernen, um die Zukunft zu verändern».
swissinfo und Agenturen
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