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Schweizer Experten für Afghanistan

Eine Delegation aus Peshawar an der Afghanistan-Konferenz in Bonn. Keystone

Die Schweiz ist bereit, zivile Experten nach Afghanistan zu senden, um beim Wiederaufbau im Rahmen einer UNO-Mission mitzuwirken.

Das Schweizer Aussenministerium (EDA) überprüft gegenwärtig seinen Pool von rund 600 zivilen Experten und Expertinnen, um geeignete Beobachter für einen Einsatz in Afghanistan zu finden. Sie sollen im kriegsversehrten Land den Wiederaufbau mitbegleiten.

EDA-Sprecherin Muriel Berset-Kohen erklärte gegenüber swissinfo, die Schweiz sei bereit, solche Beobachter bereitzustellen: «Wir verfügen über rund 600 zivile Sachverständige. Die Vereinigten Nationen können uns mitteilen, wann sie Experten brauchen».

Gegenwärtig wird in Bonn an einer Konferenz um das Etablieren einer breit abgestützten afghanischen Regierung gerungen. Anti-Taliban-Kräfte haben sich auf eine Formel geeinigt, die einen 42-köpfigen Interims-Rat umfasst.

Optimismus an der Bonner Konferenz

Die Schweiz ist an der Bonner Konferenz als Beobachterin vertreten. Die Delegation bewerte die Fortschritte an der Konferenz als vielversprechend, was Optimismus aufkommen lasse.

«Die Schweiz bevorzugt den Aufbau einer breit abgestützten Regierung, die alle religiösen und ethnischen Gruppen des Landes umfasst», so Muriel Berset-Kohen. Eine leichte Aufgabe werde es allerdings nicht, meint die EDA-Sprecherin weiter, «doch der UNO-Vertreter, Lakhdar Brahimi, gibt sein Bestes – und wir unterstützen ihn.»

Besonders Infrastrukturprojekte

Die Schweiz ist besonders interessiert daran, der afghanischen Bevölkerung humanitäre Hilfe zukommen zu lassen, und multilateralen Organisationen beim Aufbau von Infrastruktur-Projekten zu helfen: «Es geht um die Energie- und Wasserversorgung, die sofort wieder instandgestellt werden sollte, sobald die Bedingungen im Land es erlauben», sagt Berset-Kohen weiter.

Während den Gesprächen in Bonn sicherte die afghanische Nordallianz ausserdem zu, sie würde sich internationalen Sicherheitskräften zur Friedenssicherung nicht entgegenstellen, solange die Verwaltung des Landes ad interim erfolge. Diese Administration soll das Land regieren, bis ein nationaler Kongress der Stammesführer einberufen wird – was für den kommenden März geplant ist.

swissinfo

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