Schweizer Hinweis bewirkt neue Korruptions-Ermittlungen in Peru
Perus Parlament hat auf Initiative der Schweizer Behörden neue Ermittlungen gegen zwei prominente peruanische Staatsangehörige angeordnet. Rund 25 Mio. Dollar (42,5 Mio. Franken) wurden bei Banken in Zürich und Genf blockiert.
Die Untersuchung richtet sich gegen den früheren Regierungschef Victor Joy Way und den Ex-Armeekommandanten, General Nicolas de Bari Hermoza. Das peruanische Parlament leitete neue Ermittlungen ein, nachdem die Schweizer Behörden die Einfrierung der Geldguthaben der beiden Peruaner bestätigt hatten.
Victor Joy Way hatte 9,7 Mio. Dollar (16,5 Mio. Franken) auf Konten in der Schweiz. Er ist in Peru der Korruption angeklagt. Das Guthaben Hermozas beläuft sich auf rund 14,5 Mio. Dollar (25 Mio. Franken). Ihm wird vorgeworfen, in Rauschgift-Schmuggel verwickelt zu sein.
Verbindungen zur Affäre «Montesinos» vermutet
Diese Guthaben seien im Zuge der Schweizer Ermittlungen in der Affäre des früheren peruanischen Geheimdienst-Chefs, Vladimiro Montesinos, entdeckt worden, erklärte Falco Galli vom Bundesamt für Justiz gegenüber swissinfo.
Den Behörden in Peru würden die beschlagnahmten Bankunterlagen zur Verfügung gestellt.
Der peruanische Anti-Korruptions-Ausschuss vermutet Verbindungen zur Bestechungsaffäre des früheren Geheimdienst-Chefs Montesinos, die zum Sturz von Präsident Fujimori führte.
180 Mio. Franken blockiert
Bis heute sind nach Angaben von Galli in der Schweiz im Zusammenhang mit der Montesinos-Affäre insgesamt 180 Mio. Franken blockiert worden. Davon lagen rund 120 Mio. Franken auf Konten des früheren Geheimdienstschefs
Dagegen seien keine Konten des früheren peruanischen Präsidenten Alberto Fujimori in der Schweiz gefunden worden, sagte Galli. Peru habe auch kein Rechtshilfe-Gesuch gestellt.
Dem seit Oktober 2000 untergetauchten Montesinos werden unter anderem Menschenrechts-Verletzungen, Waffenschmuggel, Geldwäscherei, Drogenhandel und Bestechung vorgeworfen.
swissinfo und Agenturen
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