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Strafverfahren gegen SAirGroup

Nun will sich auch die Zürcher Justiz ein klareres Bild über die SAirGroup verschaffen. Keystone

Die Verantwortlichen der SAirGroup sind nun auch im Visier der Strafjustiz. Die Zürcher Bezirksanwaltschaft bestätigte am Dienstag (10.04.), dass sie ein Strafverfahren eröffnet hat. In Frankreich steigt unterdessen die Nervosität bei AOM und Air Liberte.

Die Strafuntersuchung der Bezirksanwaltschaft III für den Kanton Zürich im Zusammenhang mit den Verlusten der SAirGroup richtet sich vorerst gegen unbekannt, wie Bezirksanwalt Hanspeter Hirt sagte.

Gemäss seinen Angaben erfolgt die Untersuchung auf Grund der einschlägigen Presse-Berichterstattung. Die Strafuntersuchung betrifft die Behandlung von Aktiven und Passiven in der Bilanz, die Frage, ob wahrheitsgetreu über den Geschäftsgang informiert wurde, sowie die Abklärung, ob allenfalls ausgerichtete Abgangsentschädigungen auch arbeits- oder auftragsrechtlich geschuldet waren, wie Hirt gegenüber swissinfo darlegte.

Noch sei keine Anklage erhoben, noch richte sich die Untersuchung nicht gegen Personen, es stehe auch noch niemand vor Gericht, sagte Hanspeter Hirt. «Das jetzt eingeleitete Untersuchungs-Verfahren will unklare Sacheverhalte abklären». Anschliessend werde entschieden ob möglicherweise Straftatbestände erfüllt seien. Erst wenn die Bezirksanwaltschaft zur Überzeugung gelange, dass dies der Fall sei, werde Anklage erhoben. «Wenn es nicht ausreicht, dann wird das Verfahren eingestellt», erklärte Hirt. Die Dauer des Untersuchungs-Verfahrens lasse sich zurzeit nicht abschätzen.

Die Hürden für den Nachweis eines strafrechtlich relevanten Fehlverhaltens sind nach Darstellung von Juristen allerdings hoch.

Auch ein Rechtsanwalt hat gegen die verantwortlichen Organe der SAirGroup Klage eingereicht. Der Anwalt ist weder Aktionär noch vertritt er Gläubiger der SAirGroup. Nach Informationen der `»Neuen Zürcher Zeitung» macht der Anwalt ungetreue Geschäftsbesorgung sowie unwahre Angaben über das kaufmännische Gewerbe geltend. Die Bezirksanwaltschaft des Kantons Zürich prüft die Klage des Rechtsanwaltes in der gleichen Art und Weise.

Restrukturierungs-Plan für AOM und Air Liberté

Nach einer ganztägigen Sitzung der Betriebskommission vom Montag (09.04.) stellte der Chef der beiden französischen Fluggesellschaften AOM und Air Liberté, Marc Rochet, am Dienstag (10.04.) für die kommenden Tage einen Restrukturierungsplan in Aussicht.

Der Sanierungsplan sieht dem Vernehmen nach unter anderem eine Reduktion der Flotte vor. Die Gewerkschaften befürchten den Abbau von 1’500 der insgesamt 6’000 Stellen.

SAirGroup-Chef Mario Corti hatte den beiden französischen Flug-Gesellschaften eine letzte Frist für einen Sanierungsplan bis zur GV gesetzt.

swissinfo und Agenturen

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