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Sudan sucht Frieden in der Schweiz

19 Jahre Bürgerkrieg im Sudan haben viele Opfer gefordert. Keystone Archive

Die sudanesischen Kriegsparteien haben in der Schweiz Friedens-Verhandlungen aufgenommen. Sie sollen zirka eine Woche dauern.

An den Verhandlungen in Bürgenstock (NW) beim Vierwaldstättersee nehmen rund elf hohe Vertreter der sudanesischen Regierung und eine siebenköpfige Delegation der sudanesischen Volksbefreiungs-Armee SPLA teil. Für die Schweiz betreut der Sonderbotschafter für Konfliktbearbeitung, Joseph Bucher, die Verhandlungen. Die Schweiz hat gemeinsam mit den USA die Schirmherrschaft der Friedensgespräche inne.

Die Kriegsparteien besprachen am Montag zuerst die Verhandlungsregeln und das Vorgehen, wie das Schweizer Aussenministerium (EDA) mitteilte. Ab Dienstag soll über die Details eines Waffenstillstands-Abkommen verhandelt werden. Über den genauen Inhalt der Gespräche wurde aber Stillschweigen vereinbart, um ein offenes Verhandlungsklima zu erleichtern.

Seit 19 Jahren Bürgerkrieg

Bei den Verhandlungen in den kommenden Tagen steht die Vereinbarung eines Waffenstillstands für die südsudanesischen Nuba-Berge im Vordergrund.

Die islamistische Regierung des Landes befindet sich seit 19 Jahren im Kampf gegen die christlich-animistischen Rebellen SPLA im Süden des Landes. Der Norden will dem Süden dabei weder Sonderrechte in Form einer Autonomie einräumen noch diesen seinen eigenen Weg in die Unabhängigkeit gehen lassen.

Die Rebellen setzen sich vor allem gegen die Anwendung der Scharia zur Wehr. Sie sind unter sich jedoch zerstritten, unter anderem wegen der Kontrolle von Ressourcen. Durch den Krieg und die dadurch verschärften Hungersnöte starben mindestens zwei Millionen Südsudanesen.

Auf Prioritätenliste der USA

Nach den Anschlägen vom 11. September ist der Sudan auf der Prioritätenliste der USA nach oben gerückt. Die US-Geheimdienste setzen bei der Suche nach dem mutmasslichen Terroristenführer Osama bin Laden auf die Mitarbeit des Sudan, wo Bin Laden zwischen 1991 und 1996 lebte.

Anfang September 2001 ernannte US-Präsident George W. Bush den früheren US-Senator John Danforth zum Sondergesandten für den Sudan. Dieser stellte einen Vier-Punkte-Plan auf, der erfüllt werden muss, damit sich die USA weiter im Sudan engagieren.

Dazu gehören der Zugang zu den Nuba-Bergen für die internationale Hilfe und ein Waffenstillstand. Zudem sollen die Bombardierungen ziviler Ziele beendet und Massnahmen gegen die Versklavung von Menschen durch die Milizen im Süden getroffen werden.

Vergessener Konflikt wieder auf Agenda

Die jüngste Initiative der USA sei die bisher erfolgsversprechendste, sagte Tobias Hagmann von der Schweizerischen Friedensstifung. Mehrere Verhandlungsprozesse in der Vergangenheit seien gescheitert, etwa jene unter der Führung von Kenia oder die von Libyen und Ägypten

Das Wichtigste sei, dass sich westliche Staaten wieder um den «vergessenen Konflikt» kümmerten, auch im Sinne eines längerfristigen Engagements. Für eine längerfristige Versöhnung müssten jedoch neben den Nord-Süd-Gesprächen auch Verhandlungen zwischen den verschiedenen Rebellengruppen im Süden miteinbezogen werden, sagte Hagmann.

swissinfo und Agenturen

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