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Tour de France: Zweiter Etappensieg für Erik Dekker

Erich Dekker feiert seinen zweiten Etappensieg in der Tour de France 2000. Keystone

Erik Dekker hat an der Tour de France am Dienstag (11.07.) seine zweite Etappe gewonnen. Dekker verwies nach 218 km in Revel seinen kolumbischen Fluchtbegleiter Santiago Botero auf den zweiten Platz. Leader Lance Armstrong verbrachte einen ruhigen Tag.

Es war zu erwarten gewesen, dass sich nach der schweren Bergetappe vom Vortag auf der 218 km langen Fahrt vom Fuss der Pyrenäen in Richtung Mittelmeerküste die Serie der erfolgreichen Fluchtgruppen fortsetzen würde.

Lange Flucht

Nach bereits 14 km nutzten der Holländer Erik Dekker und der Kolumbier Santiago Botero ihre Chance und fuhren auf und davon. Mit einer Vorausfahrt über 204 km standen die beiden zugleich die längste Flucht dieser Tour de France durch.

Klare Spurtentscheidung

Im Finale spielte Dekker seine konditionelle und taktische Überlegenheit aus. Nachdem Botero in einem kleineren Anstieg 7 km vor dem Ziel zweimal erfolglos wegzufahren versuchte, spielte der Holländer im Finale mit seinem Gegner Katz und Maus. Auf den letzten 500 m zwang Dekker Botero die Führung auf und überspurtete diesen mit einem explosiven Antritt mühelos.

Damit erzielte der Teamkollege von Schweizermeister Markus Zberg nach seinem Soloerfolg am letzten Samstag (08.07.) in Villeneuve-sur-Lot bereits seinen zweiten Etappensieg und zog mit dem Belgier Tom Steels gleich, der zu Beginn der Tour zweimal einen Massensprint für sich entscheiden konnte.

Angesichts des grossen Rückstandes von Dekker und Botero in der Gesamtwertung blieb im Feld bei Regen und Sonne eine Reaktion lange Zeit aus. Erst auf den letzten 40 km war vor allem das Banesto-Team mit Alex Zülle dafür verantwortlich, dass sich der Rückstand des Feldes bis ins Ziel auf knapp fünf Minuten reduzierte.

Dufaux, Zberg und Meier zurückgebunden

Dieser Rhythmuswechsel hatte zugleich eine Aufspaltung des Feldes zur Folge, der unter anderem auch die Schweizer Laurent Dufaux, Markus Zberg und Roland Meier zum Opfer fielen. Noch schlechter erging es dem Berner Sven Montgomery. Der Tour de Suisse-Vierte litt seit einigen Tagen an einer Erkältung und gab das Rennen auf.

Rund sechs Kilometer vor dem Ziel konnten sich noch sieben Fahrer vom Feld absetzen. Den Sprint um den dritten Tagesrang gewann der Belgier Rik Verbrugghe mit 4:51 Minuten Rückstand, das von Punkteleader Erik Zabel (De) gemeisterte Feld mit Leader Lance Armstrong und allen anderen Gesamtersten folgte wenige Sekunden später.

Ein Tag Ruhe vor dem Mont Ventoux

Bevor die Tour de France mit der 12. Etappe fortgesetzt wird, steht am Mittwoch (12.07.) den noch 160 verbliebenen Fahrern ein Ruhetag bevor. Dieser wird in erster Linie für den 320-km-Transfer mit dem Auto von Toulouse nach Avignon genutzt.

Die Etappe vom Donnerstag (13.07.) führt von Carpentras über 151 km auf den Mont Ventoux, der zweiten Bergankunft der Tour 2000. Obwohl das Ziel nur 1900 Meter über Meer liegt, haben die meisten Fahrer grossen Respekt vor diesem Granithügel, wo die letzten Kilometer durch eine kahle Steinwüste führen.

Bekanntheit hat der Mont Ventoux vor allem 1967 erlangt, als der mit Amphetaminen gefüllte Brite Tom Simpson während dem Aufstieg im Rennsattel starb. Heute erinnert ein Gedenkstein an diese Tragödie.

swissinfo und Agenturen

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