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Vatikan kann noch Gardisten brauchen

Strenges Auswahlverfahren: Abenteurer haben in der Schweizer Garde nichts zu suchen. Keystone

Die Schweizergarde im Vatikan hat laut ihrem Kommandanten Pius Segmüller "gute, aber nicht genügend Gardisten". Um den Bestand der päpstlichen Schutztruppe zu erhöhen, sollen mehr Gardisten motiviert werden, ihren Dienst in Rom zu verlängern.

96 Schweizer stehen zurzeit im Dienst des Papstes. Der vom Vatikan festgelegte Sollbestand liegt aber bei 110 Gardisten, wie deren Kommandant, Oberst Pius Segmüller am Mittwoch (04.04.) erklärte.

Strengeres Rekrutierungssystem

Segmüller, der seit dem 1. August 1998 der Schweizergarde vorsteht, setzt insbesondere bei der Rekrutierung der Gardisten und bei der Ausbildung der Kader an. Als weiterer Schwerpunkt soll die Kommunikationsfähigkeit der Gardisten verbessert werden.

Durch Bildungsangebote, wie etwa eine Ausbildung zum Sicherheitsexperten, sollen Gardisten überzeugt werden, länger als die normalen zwei Jahre Dienst zu leisten. Die entsprechende Quote will Segmüller von heute 20 auf 30 bis 40 Prozent steigern.

1999 führte Segmüller ein neues Rekrutierungssystem ein, bei dem Psyche und Persönlichkeit der Kandidaten verstärkt begutachtet werden. Personen mit bestimmten Problemen oder Abenteurer hätten bei der Schweizergarde nichts zu suchen, erklärte Segmüller.

1999 und 2000 bewarben sich laut Segmüller 365 junge Männer, davon wurden lediglich 71 in die Schweizergarde aufgenommen. Die Gardisten stammten mehrheitlich aus katholisch-ländlichen Regionen und hätten in der Regel traditionelle handwerkliche Berufe.

Bluttat vor fast drei Jahren

Hintergrund der Reformen in der Schweizergarde ist unter anderem die Bluttat vom 4. Mai 1998 im Vatikan. Damals erschoss der 23- jährige Gardist Cedric Tornay den neu ernannten Kommandanten Alois Estermann sowie dessen Frau Gladys und dann sich selber.

swissinfo und Agenturen

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