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Woche der Entscheidung

Der Bündner Regierungsrat Peter Aliesch muss sich nun nach seinen Ferien den Vorwürfen stellen. Keystone

Woche der Entscheidung für den Bündner Regierungsrat Peter Aliesch: Am Montag (06.08.) will die FDP darüber befinden, ob sie sich weiter hinter ihren Justizdirektor stellt. Am Dienstag will Aliesch selber die Hintergründe des Falls vor den Medien erklären.

Zu den Berichten der Sonntagspresse, wonach seine Frau Kokain konsumiert haben soll und in seinem Garten eine Hanfpflanze steht, wollte Aliesch keine Stellung nehmen. «Das ist sippenhaft», sagte dem gegenüber der Bündner FDP-Präsident Hans Joos auf Anfrage. «Das muss sie verantworten und hat mit dem ganzen Fall nichts zu tun. Auch der Nerzmantel interessiert mich nicht», sagte Joos. Für die FDP Graubünden sei entscheidend, was Aliesch selber getan oder nicht getan habe. Am Montag wird sich Aliesch vor der Partei erklären. In Landquart wird eine Sitzung des erweiterten Parteivorstandes stattfinden. «Aliesch soll Stellung beziehen können. Dann werden wir die Vertrauensfrage stellen: Entweder die FDP stellt sich voll hinter ihn, ober er muss die Konsequenzen ziehen», sagte Joos weiter.

Aliesch selber hatte in einem Exklusivinterview des Fernsehens DRS vom Samstagabend von Verleumdungen und Lügen gesprochen, die in der Toskana in den Flitterwochen auf ihn hereingebrochen seien. Er überlege sich deshalb auch juristische Schritte, sagte er am Sonntag. Im Interview hatte er gesagt, er habe ein reines Gewissen. Auf die Frage, warum er nicht frühzeitig aus den Ferien zurückgekehrt sei um sich zu erklären, sagte er: «Eine Rückkehr aus den Ferien wäre fast ein Eingeständnis gewesen einer Schuld.»

Aliesch war in die Schlagzeilen geraten, nachdem die Zürcher Bezirksanwaltschaft Ermittlungen gegen den Regierungsrat wegen passiver Bestechung aufgenommen hatte. Aliesch gibt zu, vom griechischen Geschäftsmann Panagiotis Papadakis Geschenke und Ferien angenommen zu haben. Die Zürcher Justiz will nun abklären, ob der Bündner Justizdirektor dem Griechen im Gegenzug bei der Beschaffung einer Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung behilflich war. Am kommenden Donnerstag wird die Justizkommission des Bündner Grossen Rates entscheiden, ob sie Antrag auf Aufhebung der Immunität Alieschs stellen will. Die Aufhebung der Immunität ist Voraussetzung dafür, dass Aliesch überhaupt strafrechtlich verfolgt werden kann.

In einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen SFDRS, ist auch FDP-Parteipräsident Gerold Bürer auf eine gewisse Distanz zu Aliesch gegangen. Bürer hätte aus den Ferien in Italien heimkommen sollen, als die Sache sich verstärkte. Aliesch’s Glaubwürdigkeit sei angeschlagen, losgelöst von den rein rechtlichen Aspekten rund um die Bestechungs-Vorwürfe, hatte Bürer weiter gesagt.

swissinfo und Agenturen

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