Zahnärzte wollen Tarife geheim halten
Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft (SSO) wehrt sich gegen die vom Preisüberwacher verlangte Umfrage über die Zahnarzttarife. Der Preisüberwacher will die Erhebung nun selber durchführen. Die Ergebnisse sollen noch dieses Jahr vorliegen.
«Wir haben dem Preisüberwacher mitgeteilt, dass wir die Umfrage nicht durchführen wollen», bestätigte SSO-Sekretär Alexander Weber am Dienstag (7.8.) eine Meldung von Radio DRS. Die Taxpunktwerte seien für die Behandlungs-Kosten nicht allein ausschlaggebend, begründete Weber den Vorstands-Beschluss: «Sie sind nur ein Faktor.»
Zahnärzte nicht gegen Transparenz
Wie ein Zahnarzt behandle, ergebe sich jeweils aus der konkreten Situation des Patienten, sagte der SSO-Sekretär weiter. Der Patient habe die Möglichkeit, einen Kosten-Voranschlag und allenfalls eine zweite Meinung einzuholen. Auf diese Weise würden die Kosten schon heute offengelegt. «Wir sind nicht gegen Transparenz», so Weber.
Der Preisüberwacher Werner Marti will durch die Umfrage in Erfahrung bringen, wieviel die rund 3’500 Zahnärzte ihren Patienten verrechnen. «Wir werden die Umfrage nun selber durchführen», sagte Rafael Corazza, Geschäftsführer im Büro des Preisüberwachers.
Auskunfts-Pflicht der Zahnärzte
In den nächsten Wochen werden die Zahnärztinnen und Zahnärzte angeschrieben. Sie unterstehen rechtlich einer Auskunfts-Pflicht. Ziel ist, dass die Umfrage-Ergebnisse noch in diesem Jahr vorliegen. Bei der Umfrage werde es sich voraussichtlich um eine Voll-Erhebung handeln, hielt Corazza fest.
«Wir verstehen nicht, warum die SSO mit der Umfrage Probleme hat», sagte Rafael Corazza. Für die Patienten sei es zurzeit «unnötig kompliziert», Auskünfte über allfällige Zahnarzt-Kosten zu erhalten. Mit einer Tarifliste könnten sich die Konsumenten darüber informieren, ob ein Zahnarzt höhere oder tiefere Tarife verrechnet.
swissinfo und Agenturen
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