Links-grüne Parteien dominieren in der Stadt Bern auch finanziell
Keine andere Stadtberner Partei hat 2025 annähernd so viel Geld eingenommen wie die SP und das Grüne Bündnis. Während Grossspenden bei fast keiner Partei ein Thema sind, schwingt die SVP bei den mittleren und kleinen Spenden oben aus.
(Keystone-SDA) Nicht nur beim Anteil an Wählenden, auch bei den Einnahmen ist die SP die Spitzenreiterin: Rund 300’700 Franken hat sie im Jahr 2025 eingenommen. Dahinter und bereits etwas abgeschlagen folgt das Grüne Bündnis (GB) mit rund 221’400 Franken. Den dritten Platz belegt die FDP mit fast 111’700 Franken, gefolgt von SVP (62’700 Franken), GFL (52’600 Franken) und GLP (45’100 Franken).
In der Stadt Bern müssen sämtliche Parteien, die im Stadtrat vertreten sind, seit 2022 jährlich ihre Einnahmen und Ausgaben sowie die Finanzierung von Kampagnen offenlegen. Die Stadt publiziert die Angaben auf ihrer Webseite. Grossspenden ab 5000 Franken müssen die Parteien mit Namen ausweisen.
Nur eine einzige Grossspende
Über alle Parteien hinweg wurde für das Jahr 2025 allerdings nur eine solche Grossspende deklariert. Diese ging von einer Privatperson an das Grüne Bündnis und betrug exakt 5000 Franken. Die SVP hingegen verzeichnete eine Spende in der Höhe von 4999 Franken – also haarscharf unter der Transparenzgrenze.
Die SVP deklarierte mit rund 23’400 Franken die meisten Spenden, gefolgt vom GB (21’000 Franken) und der FDP (15’400 Franken). Sowohl bei den Kleinspenden (bis 1000 Franken) als auch bei den mittleren Spenden (bis 5000 Franken) war die Volkspartei die erfolgreichste Sammlerin.
Einen massgeblichen Anteil am Budget machten solche Zuwendungen aber nur bei kleineren Parteien aus. Die Partei Tier im Fokus (TIF) etwa, die mit Tobias Sennhauser seit dem letzten Jahr erstmals im Stadtrat vertreten ist, verzeichnete mit rund 7000 Franken zwar die geringsten Einnahmen. Sie stammten aber vollständig aus Spenden. Bei der Mitte machten die Spenden rund 60 Prozent des 16’400-Franken-Budgets aus – sie liegt damit auf Rang 2.
Mandatsabgaben je nach Parteistruktur
Die übrigen Parteien finanzierten sich hauptsächlich über Mitgliederbeiträge und Mandatsabgaben von gewählten Politikerinnen und Politikern. Durch Letztere nahm das Grüne Bündnis fast 76’000 Franken ein.
Wobei dieser Einnahmeposten nicht zwingend von der Parteistärke abhängt: Die AL etwa lebte 2025 fast ausschliesslich von Mandatsabgaben, trotz ihrer wenigen Sitze. Rund 19’200 Franken steuerten die Mandatstragenden bei – etwa 80 Prozent der Gesamteinnahmen. Bei der Jungen Alternative waren es noch immerhin gut 60 Prozent von knapp 15’000 Franken.
Auch bei der GLP kam mit 22’500 Franken fast die Hälfte der Einnahmen aus Mandatsabgaben. Bei der SP mit fast dreimal so vielen Sitzen im Stadtrat war die Summe dieser Abgaben mit 24’500 Franken nur unwesentlich grösser. Einen viel bedeutenderen Anteil machten bei ihr die Mitgliederbeiträge aus.
Mit über 258’400 Franken verbuchten die Sozialdemokraten die meisten Mitgliederbeiträge – 86 Prozent ihrer Einnahmen. Auf sie folgte das Grüne Bündnis mit 111’200 Franken. Auch die in diesem Ranking drittplatzierte FDP erhielt von ihren Mitgliedern noch beträchtliche 60’400 Franken.