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Lonza kann Wachstumstempo nicht halten und schnürt Sparpaket (AF)

Dieser Inhalt wurde am 29. Oktober 2009 - 10:50 publiziert

(Meldung durchgehend ergänzt)
Basel (awp) - Der Lifesciencekonzern Lonza kann sein versprochenes Wachstumstempo nicht halten und tritt daher auf die Kostenbremse. Die jährlichen Aufwendungen sollen um 60 bis 80 Mio CHF sinken; dabei werden 450 Jobs weltweit oder rund 5% der Belegschaft abgebaut. Der operative Gewinn dürfte im laufenden Jahr auf 360 bis 380 Mio CHF zurückgehen. Bis dato hatten die Basler einen EBIT in Vorjahreshöhe (441 Mio CHF) in Aussicht gestellt.
Als Grund für die Einbussen nennt das Unternehmen eine Häufung von Abbestellungen und Verschiebungen von Projekten sowie Preis- und Mengenreduktionen. "Unser Wachstum war zuletzt tiefer als erwartet", sagte CEO Stefan Borgas am Donnerstag an einer Telefonkonferenz. Und weil die Volatilität im Geschäft noch weitere zwei Jahre anhalten werde, müsse Lonza seine Strukturen anpassen sowie die Kosten und Investitionsausgaben senken.
Die Reduktion der Fixkosten soll durch die Konsolidierung von Geschäftseinheiten und -bereiche geschehen. Die Zahl der Geschäftseinheiten wird von 15 auf sechs reduziert. Dadurch würden Prozesse vereinfacht und Betriebskosten sinken. Zudem wird die Geschäftsleitung von sieben auf sechs Mitglieder verkleinert. Die Investitionen werden von geplanten 500 Mio CHF im Jahr 2010 auf unter 400 Mio und einen ähnlichen Betrag in 2011 zurückgefahren.
Die Kosten des Sparprogramms veranschlagt Borgas auf rund 30 bis 40 Mio CHF. Der überwiegende Teil dieser Kosten werde im Geschäftsjahr 2011 anfallen.
Lonza habe aber kein strukturelles Problem, betonte Borgas. Die Ausgaben würden lediglich den aktuellen Gegebenheiten und dem volatilen Umfeld angepasst. Lonza werde auch in Zukunft in die Forschung investieren und nach Akquisitionen Ausschau halten, versicherte Borgas. Die Wachstumsstrategie mit Fokus auf die Lifesciences-Industrie bleibe insgesamt intakt.
So will Lonza auch nach der abgeblasenen Akquisition von Patheon weiter auf Einkaufstour gehen. "Wir verhandeln an mehreren Fronten", sagte Borgas. Lonza schaue sich auch Unternehmen ausserhalb des Bereiches Arzneimittelformulierung und -verpackung an. Es sei sogar denkbar, dass eine Transaktion innerhalb der nächsten 3 bis 4 Monate verkündet werden könne.
Spielraum für Akquisitionen ist vorhanden, werde doch als Folge der Sparmassnahmen der Free Cash Flow von Lonza über die nächsten 18 Monate signifikant zunehmen. Davon sollen auch die Anteilseigner profitieren: "Die Dividende wird mindestens auf Vorjahreshöhe liegen", verriet Borgas in diesem Zusammenhang.
Trotz aller Zuversicht für die künftigen Aussichten fanden die bisherigen Profitabilitätsziele beim heutigen Businessupdate keine Erwähnung. Bezüglich des bisher gegebenen Mittelfristziels eines jährlichen EBIT-Wachstums von 15-20% bis 2013 will das Management erst wieder im Januar Stellung nehmen.
Lonza weist zum sogenannten Businessupdate keine Quartalszahlen aus, gibt jedoch einen Überblick über die aktuellen Trends in den verschiedenen Geschäftsfeldern. So ist die Kapazitätsauslastung im Segment Biopharmaceuticals im dritten Quartal auf geschätzte 62% gestiegen, nach rund 43% im Vorquartal. In der Exklusivsynthese lag die Auslastung bei stabilen 77%, Lonza verzeichnete jedoch wegen des anhaltenden Lagerabbaus bei Kunden eine tiefere Nachfrage.
Im Bereich Life Science sei die Nachfrage bei Microbial Control und Performance Intermediates sowie nach Nahrungsmittelzusätzen immer noch schwach und der Margendruck halte an. Die Division Bioscience schliesslich litt in erster Linie unter der Verschiebung eines Hauptproduktes um 18 Monate. Analysten zufolge handelt es sich dabei um den Produktkandidaten Prochymal von Osiris.
An der Börse wurde der Business Update am Donnerstag ungnädig aufgenommen. Lonza verlieren um 10.40 Uhr gut 16% auf 89 CHF, derweil der SMI 0,4% tiefer notiert.
ra/gab

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