Luzerner Stadtrat lehnt Alternativpläne zum Durchgangsbahnhof ab
Die Luzerner Stadtregierung bezeichnet den geplanten Durchgangsbahnhof als unverzichtbares "Generationenprojekt" und will ihn mit Nachdruck weiterverfolgen. Alternativideen, wie sie ein Verein mit einem Bevölkerungsantrag eingebracht hat, lehnt sie ab.
(Keystone-SDA) Die Antragsstellenden, Mitglieder im Verein «IG Eisenbahnkreuz Innerschweiz», haben einen sogenannten Bevölkerungsantrag eingereicht. Darin verlangen sie, dass die Stadt Luzern einen Planungsbericht zu einer Alternative zum geplanten Durchgangsbahnhof (DBL) ausarbeitet. Dieser soll unter anderem aufzeigen, wie Littau und die Agglomeration besser ins Nahverkehrsnetz eingebunden werden können, und die Vor- und Nachteile des Durchgangsbahnhofs im Vergleich zur vorgeschlagenen Alternativlösung präsentieren.
Den DBL halten sie für «nicht machbar», zu teuer und befürchten eine mehr als zehnjährige «Riesenbaustelle» im Stadtzentrum. Ähnliche Vorstösse wurden auch in Emmen als Petition und in Kriens als Volksmotion eingereicht. Während in Emmen laut Stellungnahme die Petition noch nicht beantwortet wurde, lehnt der Krienser Stadtrat die Volksmotion ab.
Auch die Luzerner Stadtregierung hat kein Gehör für die Ideen der Antragsstellenden. Der DBL sei mehrfach als Bestvariante bestätigt worden, teilte sie in der Antwort auf den Antrag mit. Die «Idee Eisenbahnkreuz Innerschweiz» (EKI) sei lediglich ein Konzept für den Ausbau des Bahnhofsnetzes im Bahnknoten Luzern. «Es würde Jahrzehnte dauern, bis das EKI auf dem gleichen Projektstand wäre wie der DBL», so der Stadtrat. Zudem sehe das EKI-Konzept vor, dass Fernverkehrszüge nach Basel, Zürich oder Bern über einen neuen Tiefbahnhof im Littauerboden verkehren. Der heutige Bahnhof Luzern würde zum «zweitrangigen Bahnhof» und Reisende müssten häufiger umsteigen.
Den Durchgangsbahnhof jetzt infrage zu stellen, würde ein «fragwürdiges Signal» an den Bund senden und die bereits in Aussicht stehende Finanzierung gefährden, argumentiert der Stadtrat. «Jetzt oder nie ist die Zeit reif für die Realisierung des DBL», schreibt sie in der am Freitag veröffentlichten Antwort.