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Bern/Zürich (awp/sda) - Während der Buchhändler- und Verlegerverband über den Parlamentsentscheid zur Buchpreisbindung hoch erfreut ist, reagiert der Filial- und Internetbuchhändler Ex Libris mit Unverständnis. Die Migros, zu der Ex Libris gehört, fasst eine Unterstützung des Referendums ins Auge.
Beim Migros Genossenschaftsbund werde über die Frage in den nächsten Wochen entschieden, sagte Ex-Libris-Mediensprecher Roger Huber auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Kein Thema mehr ist dagegen die Belieferung von Schweizer Kunden über eine ausländische Tochtergesellschaft.
Ex Libris hatte einst angekündigt, bei einer erneuten Einführung der Buchpreisbindung die übers Internet bestellten Bücher aus dem Ausland zu verschicken. Laut Huber ist diese Idee aufgrund der Ausgestaltung der neuen Buchpreisbindung mittlerweile aber vom Tisch.
Ex Libris hat sich in der Diskussion um eine Buchpreisbindung auf den Standpunkt gestellt, dass eine solche vor allem den ausländischen Buchkonzernen nütze. Die Konsumenten in der Schweiz hätten von fixen Buchpreisen nichts.
"Sehr glücklich und erleichtert" ist man dagegen beim Schweizer Buchhändler- und Verlegerverband (SBVV). Am Freitag, als beide Parlamentskammern der Wiedereinführung der Buchpreisbindung in der Deutschschweiz zustimmten, sprach SBVV-Geschäftsführer Dani Landolf von einem Freudentag für die Schweizer Kulturlandschaft und insbesondere die Literatur.
Zu einer möglichen Volksabstimmung wollte Landolf nichts sagen. Der SBVV hat sich in den letzten Jahren für eine Wiedereinführung der Buchpreisbindung stark gemacht, weil mit der freien Preissetzung viele kleine und mittlere Buchhandlungen in ihrer Existenz bedroht seien und die Bücher mit Ausnahme von Bestsellern teurer würden.
Auch in der Westschweiz ist man mit dem Ausgang der Debatte zufrieden. Pascal Vandenberghe, der Direktor der Buchladen-Kette Payot Librairie, sagte auf Anfrage, dass ein solches Resultate vor drei Jahren noch nicht vorstellbar gewesen sei.
Die Freude in der Westschweiz hat seinen Grund, denn in der Romandie sind die Bücher derzeit 30 bis 50 % teurer als in Frankreich. In der Deutschschweiz beträgt die Differenz gegenüber den Preisen in Deutschland dagegen nur 10 bis 20%.
Der Unterschied rührt daher, dass Westschweizer Buchhändler ihre Ware bisher nicht direkt bei den Verlagen beziehen konnten, sondern nur über Zwischenhändler. Deshalb, so Vandenberghe, sei es schwieriger, die Westschweizer für ein Referendum gegen den Parlamentsentscheid zu begeistern, weil diese direkt von fixen Buchpreisen profitierten.
Auch in Deutschland befürworten gewisse Kreise den Schweizer Entscheid. Das Schweizer Parlament habe damit gezeigt, wie wichtig ihm das Buch als Kulturgut sei, liess der Börsenverein des Deutschen Buchhandels am Freitag verlauten. Der Entscheid sollte ein klares Signal an die EU sein, dem Kulturgut Buch den notwendigen Respekt entgegenzubringen.

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