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Neues Ostschweizer Kinderspital steht vor der Eröffnung

Keystone-SDA

Der Neubau für das Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen ist am Donnerstagvormittag offiziell eingeweiht worden. Am 26. September werden 50 bis 60 Patientinnen und Patienten vom alten Standort ins neue Gebäude umziehen.

(Keystone-SDA) Das neue Ostschweizer Kinderspital ist ein dreistöckiger Sockelbau mit zwei Türmen, platziert auf dem Areal des St. Galler Kantonsspitals. 2021 starteten die Arbeiten. Nun steht der 217 Millionen Franken teure Neubau kurz vor dem Betriebsstart.

Ersetzt wird das bisherige Spital im nahen Grossackerquartier, das seit 1966 in Betrieb war und den Anforderungen schon länger nicht mehr genügt. Nicht zuletzt fehlt es an Platz für die Eltern, die ihre Kinder begleiten und auch während der Nacht bei ihnen bleiben wollen.

«Ein historischer Moment», stellte Serge Altmann, CEO des Kinderspitals, bei der Eröffnung vor rund 200 Gästen aus Politik, Gesundheitswesen und Gesellschaft fest. Bald seien die beengten Verhältnisse im 60 Jahre alten Spitalgebäude passé, erklärte Arno Noger, Präsident der Stiftung Ostschweizer Kinderspital.

Finanziert über Darlehen

Verantwortlich für das Grossprojekt ist die Stiftung Ostschweizer Kinderspital – und nicht etwa der Kanton St. Gallen. Sie wird gemeinsam von den Ostschweizer Kantonen (AI, AR, SG, TG) sowie dem Fürstentum Liechtenstein getragen.

Die Träger steuerten insgesamt 185 Millionen Franken in Form von Darlehen bei, vergeben zu «Marktkonditionen und rückzahlbar», wie es an der Eröffnung hiess. Der Kanton St. Gallen ist mit einem Darlehen für den Bau von 125 Millionen Franken dabei. Dazu kam ein weiteres Darlehen in der Höhe von 12,5 Millionen Franken für Mobilien und medizintechnische Geräte.

Hauptgrund für die Art der Finanzierung eines Angebot der Grundversorgung – unter anderem trugen Stiftungen, Vereine, Gemeinden oder Private 10 Millionen Franken bei – ist die Tarifsituation in der Kinder- und Jugendmedizin. Die Taxen seien nicht kostendeckend, stellte der St. Galler Gesundheitschef Bruno Damann (Mitte) fest.

Gefühl von Geborgenheit

Der Entwurf für das neue Spital stammt von Fawad Kazi, Architekt und Mitglied der Planergemeinschaft PG KSSG-OKS. 17 Jahre lang war er seit der Ausschreibung des Wettbewerbs 2009 mit diesem Projekt beschäftigt. Der Bezug zur Natur mit viel Grün sowie die grosszügige Verwendung von Holz gehören zu den Merkmalen seines Baus.

Weil es sich um ein Spital für Kinder handelt, seien die Grundüberlegungen anders gewesen als für ein übliches Spital, sagte er zu Keystone-SDA. Erwachsene seien es sich gewohnt, sich an fremden Orten aufzuhalten Für Kinder sei dies anders. Die Architektur müsse deshalb ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln, die Patientinnen und Patienten sollten sich wohlfühlen können.

Besonders am Spital ist auch die Signaletik, die Kindern, Eltern und Mitarbeitenden die Orientierung im Gebäude ermöglicht. Der britische Künstler William Grill entwarf dafür rund 260 Illustrationen.

15 Ambulanzen für den Umzug

Am Ostschweizer Kinderspital werden jährlich über 5000 Kinder stationär behandelt. In der Organisation arbeiten rund 1000 medizinische, pflegerische, therapeutische und administrative Fachpersonen zusammen. Sie alle wechseln bald den Arbeitsort.

Vorläufig steht das fertig eingerichtete Spital allerdings noch leer. Es kann deshalb am letzten Augustwochenende von der Bevölkerung besichtigt werden. Dafür braucht es eine Anmeldung auf der Webseite des Spitals (oks.ch).

Der grosse Umzug findet am 26. September statt. Seit eineinhalb Jahren laufe dafür die Planung, erklärte Serge Altmann. Die Notfallstation am alten Ort bleibt dabei bis zum letzten Moment in Betrieb, kurzzeitig gibt es das Angebot parallel. Dann werden 50 bis 60 Patientinnen und Patienten umziehen. 15 Ambulanzen stehen bereit, um die Kinder und Jugendlichen etappenweise ins neu eingerichtete Spital zu fahren.

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