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WASHINGTON (awp international) - Die US-Regierung erwägt angesichts stetig steigender Ölpreise als Folge der Krise in Libyen ihre strategischen Ölreserven anzuzapfen. "Das ist bislang nur in sehr seltenen Fällen passiert", sagte der neue Stabschef im Weissen Haus, Bill Daley, am Sonntag (Ortszeit) dem US-Fernsehsender NBC. "Wir schauen uns unsere Optionen an, und die Reserven sind eine, die wir in Erwägung ziehen." Vor solch einem Schritt müssten allerdings eine ganze Reihe von Faktoren überdacht und einbezogen werden.
Die Benzinpreise in den USA sind nach Angaben des US-Autoclubs AAA binnen eines Monats um mehr als zwölf Prozent gestiegen. Spritpreise sind ein empfindliches politisches Thema in den USA. Am Sonntag kostete die Gallone (3,8 Liter) unverbleites Benzin im Landesschnitt 3,50 Dollar (2,52 Euro). Der bisher höchste Durchschnittpreis wurde den AAA-Angaben zufolge im Sommer 2008 mit 4,11 Dollar pro Gallone bleifreies Benzin registriert.
Die Ölpreise hatten am Freitag nach einem Rücksetzer ihren Höhenflug wieder aufgenommen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am späten Nachmittag 115,91 US-Dollar, etwa ein Prozent mehr als am Vortag. Die strategischen US-Ölreserven betragen nach Medienberichten fast 730 Millionen Barrel. Die USA verbrauchen nach Angaben der Behörde für Energie-Information pro Tag knapp 19 Millionen Barrel Öl - so viel wie kein anderes Land der Erde.
Die Vorräte waren Anfang der 70er Jahre als Reaktion auf den Ölschock durch das Embargo arabischer Staaten angelegt worden. Zuletzt wurden sie 2008 nach dem Zerstörungszug der Hurrikane "Gustav" und "Ike" im Süden der USA angezapft. Um die Märkte zu beruhigen, ging die Regierung die Reserven im Januar 1991 an, nach der Invasion Kuwaits. Um die Reserven bei einem Versorgungsengpass anzuzapfen, braucht der Präsident keine Genehmigung des Kongresses./fb/DP/zb

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