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Papst vor Hunderttausenden Jugendlichen: «Seid das Licht»

Keystone-SDA

Papst Leo XIV. hat bei der ersten Grossveranstaltung seiner Spanien-Reise Hunderttausende Jugendliche aufgerufen, das "Salz der Erde und das Licht der Welt" zu sein. "Angesichts der Leere von Gleichgültigkeit und Konformismus, angesichts der Gewalt von Krieg und Lüge, seid ihr selbst der Funke einer neuen Menschheit", fügte das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken bei der Jugend-Vigilie auf der Plaza de Lima in der spanischen Hauptstadt Madrid hinzu. Spanische Behörden schätzten die Zahl der Teilnehmer auf rund 500.000, die Organisatoren sprachen von 600.000 Menschen.

Papst lobt Spanien für «Treue zum Völkerrecht»

(Keystone-SDA) Bei einer Begegnung mit Vertretern des Staates, der Zivilgesellschaft und ausländischen Diplomaten in Madrid bedauerte der Papst, dass «die Botschaft des Friedens in diesen Zeiten leider für manche naiv und für andere provokativ klingt». US-Präsident Donald Trump erwähnte er nicht, aber dieser hatte ihn nach Kritik am Iran-Krieg im Mai scharf angegriffen und aufgefordert, sich aus der Politik herauszuhalten. Zugleich veröffentlichte er ein Gemälde von sich selbst als Jesus.

«Die Versuchung, durch das Schüren von Polarisierungen an Popularität zu gewinnen, scheine eher zu- als abzunehmen», beklagte der Papst. Die Menschenwürde werde weiterhin verletzt, fügte Leo hinzu, der in der Vergangenheit scharfe Kritik an Trumps Abschiebepolitik geübt hat. Seine Standhaftigkeit gegenüber Trump hat dem 70-Jährigen in Spanien viele Sympathien eingetragen.

Der Pontifex dankte Spanien, dessen linke Regierung sich ebenfalls bereits Trumps Zorn zuzog, für die «Treue zum Völkerrecht und zum Multilateralismus». Statt «spaltender und polarisierender» Äusserungen über die Gegenwart müsse man von «fruchtlosen Vereinfachungen zu einer fruchtbaren Anerkennung ihrer Komplexität» gelangen. «Vermeiden wir Worte, die erniedrigen oder gegeneinander aufbringen», sagte Leo.

Papst geniesst in Spanien hohes Ansehen

Unter dem Motto «Erhebt den Blick» besucht der Papst bei dem rund einwöchigen Aufenthalt in Spanien nach der Hauptstadt Madrid auch Barcelona und die Kanarischen Inseln. Für den US-Amerikaner, der seit Mai vergangenen Jahres an der Spitze der katholischen Kirche steht, ist es der erste Besuch in einem grösseren europäischen Land ausserhalb Italiens. Leo spricht fliessend Spanisch, nachdem er viele Jahre in Peru als Missionar und Bischof tätig war.

Treffen mit Missbrauchsopfern

Inzwischen kündigte der Vatikan auch an, dass sich der Papst mit Opfern sexuellen Missbrauchs in katholischen Einrichtungen treffen werde. Dies hatten Opferverbände gefordert. Leo selbst bezeichnete die Missbrauchs-Skandale auf dem Hinflug als «offene Wunde» der katholischen Kirche. Auch Spaniens König Felipe VI. hatte bei seiner Begrüssungsrede für den Papst «den Schmerz, der durch die Missbrauchsfälle verursacht wird», angesprochen und eine Wiedergutmachung als unerlässlich für die Opfer bezeichnet.

Grosse Beachtung dürften bei seinem Besuch auch die Segnung des Jesus-Turms der Basilika Sagrada Família in Barcelona am Mittwoch – am 100. Todestag des Architekten Antoni Gaudí – und zwei Treffen auf den Kanaren mit Migranten aus Afrika finden.

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