Jeder 7. abgewiesene Asylbewerber reist nicht aus
Obwohl sie nur Nothilfe erhalten, reisen 15% der abgewiesenen Asylbewerber nicht aus der Schweiz aus. Damit diese nicht zu Langzeitbezügern werden, prüfen Bund und Kantone Massnahmen.
Seit zwei Jahren ist die neue Nothilfe-Bestimmung in Kraft. Die Hilfe erfolgt in Form von Lebensmitteln, einer Notunterkunft und Notfallmedizin. Dass die Wirkung dieser Massnahmen nicht so abschreckend wie gewünscht ist, zeigt eine vom Bundesamt für Migration in Auftrag gegebene Studie.
Offenbar stellt für jeden 7. Abgewiesenen Asylbewerber die Rückkehr in die Heimat die abschreckendere Variante dar. Die Studie erwähnt darunter etwa Angst vor einem Gesichtsverlust oder Verfolgung. Die Gründe dafür sind allerdings in der Schweiz nicht asylrelevant.
Viele Abgewiesene sollen sich zudem bewusst sein, dass sie eine Heimschaffung durch nicht kooperatives Verhalten behindern können. Aber auch die kantonale Wegweisungspraxis und die individuelle Situation der abgewiesenen spielen eine Rolle. So bleiben Alte, Frauen, Paare und Familien trotz Nothilfe länger.
Die Behörden müssten sich darauf gefasst machen, dass eine beträchtliche Anzahl dieser Menschen teilweise über mehrere Jahre Nothilfe beziehen werde, bilanziert die Studie.
Die Studie ortet zwei Handlungsmöglichkeiten der Kantone: Das Zusammenspiel von Kooperationsanreizen und Sanktionen. Zudem schlägt sie genügend Haftplätze sowie ausreichend Polizeieinsätze bei Zuführungen zu Identitätsabklärungen vor.
swissinfo.ch und Agenturen
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