Mehr Arbeitslose und vielleicht tiefere Taggelder
In der Beratung um die Revision der Arbeitslosenversicherung (ALV) hat der Nationalrat die Verlängerung der Karenzfrist vom Ständerat übernommen. Weiter will der Nationalrat die Höhe der Taggelder für Langzeitarbeitslose kürzen.
Die Zahl der Arbeitslosen ist in der Schweiz im November weiter gestiegen und hat mit einer Quote von 4,2 Prozent den höchsten Stand seit fast sechs Jahren erreicht, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Mittwoch mitteilte.
Von der in beiden Räten beschlossenen längeren Karenzfrist betroffen sind Personen ohne Unterhaltspflichten mit mittlerem oder höherem Einkommen.
Bei einem versicherten Verdienst zwischen 60’000 und 90’000 Franken beträgt die Frist 10 Tage, bei einem Verdienst zwischen 90’000 und 125’000 15 Tage und bei einem Verdienst über 125’000 Tagen 20 Tage. Heute beträgt die Wartezeit unabhängig vom Einkommen fünf Tage.
Im Nationalrat stimmte die bürgerliche Mehrheit einem Antrag zu, der bei länger dauernder Arbeitslosigkeit eine Kürzung der Taggelder um fünf Prozent vorsieht.
Volkswirtschaftsministerin Doris Leuthard argumentierte vergeblich, dass damit das Problem zur Sozialhilfe hin verschoben würde. Gestern hatte der Nationalrat entschieden, dass Personen unter 30 Jahren ohne Kinder eine berufsfremde Arbeit annehmen müssten.
Die Revision der ALV ist Gegenstand weiterer Debatten im Parlament.
swissinfo.ch und Agenturen
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