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Weitere Kehrtwende in Gaddafi-Affäre

Überraschend hat Hannibal Gaddafi in Tripolis erklärt, dass er von Genf keine finanzielle Entschädigung für die Veröffentlichung der Polizeifotos wolle. Er forderte ein internationales Schiedsgericht, das seine Unschuld beweisen werde.

Lange verlangte der Gaddafi-Sohn 100’000 Franken Genugtuung dafür, dass eine Genfer Zeitung Fotos der Genfer Polizei veröffentlicht hatte. Jetzt will er das Geld gar nicht: Auf diese Weise widerfahre ihm nicht Gerechtigkeit, so Hannibal Gaddafi.

«Wir fordern ein internationales Schiedsgericht, das meine Unschuld beweisen wird», sagte er. Und: «Wir haben Beweise, dass die Anschuldigungen aus der Luft gegriffen sind, das werden wir der ganzen Welt zeigen.»

Im Prozess um die von der Tribune de Genève publizierten Polizeifotos von Hannibal Gaddafi hat der Kanton Genf auf ein rasches Urteil gedrängt – gegen sich selbst. Genf möchte den Streit um die Fotos und damit, so die Hoffnung, die Krise zwischen der Schweiz und Libyen rasch beilegen, damit Max Göldi das Land verlassen kann. Der Schweizer Geschäftsmann sitzt inTripolis eine viermonatige Gefängnisstrafe ab.

Die Zeitung dagegen weist den Vorwurf, die Persönlichkeitsrechte Gaddafis verletzt zu haben, von sich. Anstatt sich um die Fotos zu streiten, stritten sich die beiden beklagten Parteien, ob es einen schnellen Entscheid brauche oder weitere Untersuchungen.

Gleichentags verlängerte Libyen seinen Forderungskatalog an die Schweiz zur Beilegung der Krise. Aussenminister Moussa Koussa verlangte in der Zeitung La Liberté. Aussenministerin Micheline Calmy-Rey sei das Dossier wegzunehmen. Der Grund: Sie nehme die Krise «nicht ernst» und «versteht uns nicht». Koussa möchte künftig stattdessen mit Bundespräsidentin Doris Leuthard verhandeln.

swissinfo.ch und Agenturen

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