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Polizei stürmt Gefängnis nach Meuterei in Guatemala

Keystone-SDA

Nach Meutereien in drei Gefängnissen in Guatemala hat die Polizei eine der Haftanstalten gestürmt und die dort als Geiseln genommenen Wärter befreit. Das Gefängnis in der Stadt Escuintla sei wieder unter der Kontrolle der Sicherheitskräfte, teilte die Polizei mit. Bei dem Einsatz sei der Anführer der Bande Mara 18 ergriffen worden. Auf Fotos war zu sehen, wie schwer bewaffnete Beamten ihn abführten.

(Keystone-SDA) Bei einer Reihe von Angriffen auf Polizisten im Grossraum von Guatemala-Stadt kamen daraufhin mindestens sieben Beamte ums Leben, als mutmassliche Gangmitglieder das Feuer auf sie eröffneten. Die Attacken seien eine Reaktion der kriminellen Banden auf die Niederschlagung der Gefangenenmeuterei gewesen, sagte Innenminister Marco Antonio Villeda. Sieben Verdächtige seien festgenommen worden. Ein weiteres mutmassliches Bandenmitglied wurde demnach bei einem Polizeieinsatz getötet.

Häftlinge nehmen Wärter als Geiseln

Zuvor hatten Häftlinge in den drei Gefängnissen rund 40 Wärter als Geiseln genommen. Gefangene zeigten sich auf den Wachtürmen und forderten Verbesserungen der Haftbedingungen, wie in einem Video der Zeitung «Prensa Libre» zu sehen war. Polizei und Militär umstellten die Gefängnisse in Guatemala-Stadt, Escuintla und Quetzaltenango. Eine schwangere Justizvollzugsbeamtin liessen die Häftlinge frei.

Die Aufstände seien eine Folge der Entscheidung der Behörden, den inhaftierten Anführern krimineller Banden ihre Privilegien zu entziehen, hiess es in einer Stellungnahme des Innenministeriums. So seien bei Razzien in den Haftanstalten zuletzt Mobiltelefone, Waffen sowie Drogen sichergestellt und illegale Bauten in den Gefängnissen zerstört worden, teilte die Gefängnisverwaltung des mittelamerikanischen Landes mit.

Innenminister: «Ich werde mich nicht erpressen lassen»

«Ich werde mich nicht erpressen lassen und werde ihnen ihre Privilegien nicht zurückgeben», sagte Innenminister Villeda. «Wenn es nötig ist, staatliche Gewalt anzuwenden, um die Kontrolle über diese Haftanstalten wiederzuerlangen, dann werden wir das tun.»

In Mittelamerika kontrollieren mächtige Jugendgangs – die sogenannten Maras – ganze Stadtviertel und sind in Schutzgelderpressung sowie Drogenhandel verwickelt. Die inhaftierte Bandenchefs steuern ihre kriminellen Geschäfte oft weiterhin aus dem Gefängnis heraus.

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