PRESSE/Lehman-Chef hält weitere Mega-Bankenpleiten für sehr wahrscheinlich
BERLIN (awp international) – Der Chef der insolventen US-Investmentbank Lehman Brothers schliesst weitere grosse Bankenpleiten nicht aus. Solange sich nichts Grundlegendes bei den Finanzaufsichten und Finanzinstituten ändere, sei es «sogar höchstwahrscheinlich, dass ein Fall Lehman sich wiederholen wird», sagte Marsal dem «Handelsblatt» (Mittwoch). Bei den Aufsehern und in den Unternehmen habe sich nach der Lehman-Pleite zu wenig geändert.
Die Banken setzten nach wie vor zu grosse Hebel ein. Das heisst, sie gingen mit zu wenig Eigenkapital zu grosse Risiken ein. Der Markt für Kreditversicherungen sei immer noch vollkommen unreguliert. Lehman sei nicht zu gross gewesen, sondern zu komplex. Und nach wie vor fehle es an weltweiten Regeln für Unternehmen, die so global aufgestellt sind. Wenn Banken über Landesgrenzen hinweg wachsen, müssten sich die Regulierer im Vorfeld auf ein einziges Verfahren für den Fall einer Pleite einigen. «Fehlt diese Einigung zwischen einzelnen Staaten, dürfen Banken dort auch keine Genehmigung zur grenzüberschreitenden Expansion bekommen.»
Marsal wickelt die US-Investmentbank Lehman Brothers ab. Ihr Zusammenbruch am 15. September 2008 hatte die Finanzmärkte erschüttert und eine weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise ins Rollen gebracht./gr/nmu/tw