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PRESSESCHAU vom Wochenende 45 (07./08. November)

Zürich (awp) – Nachfolgend eine Auswahl von Artikeln zu wirtschaftsrelevanten Themen aus der Presse vom Wochenende:
UBS: Der Vertrag, in welchem sich die Schweiz verpflichtet, 4’450 Kundendaten der UBS an die USA zu liefern, hat offenbar Modellcharakter. Wie die Zeitung «Sonntag» berichtet, verlangen nun nicht nur die Steuerbehörden Italiens, Deutschlands und Frankreichs Auskunft von der UBS, sondern auch Grossbritannien und Australien. Vor allem Australien sei bisher eine der stabilsten Geldquellen für das Private Banking der UBS gewesen, wie das Blatt schreibt. Die englischen sowie die australischen Steuerbehörden hätten gegenüber der Zeitung bestätigt, dass Untersuchungen im Gange seien, wollten jedoch nichts näheres dazu verlautbaren. Zudem droht der UBS wiederum ein grösserer Stellenabbau. Laut «Sonntag» sollen weitere 2’000 bis 2’500 Stellen abgebaut werden, vor allem im Corporate Governance-Bereich. (Sonntag, S. 21)
ZFS: Die Zurich Financial Services AG will vorerst eine «attraktive» Dividende ausbezahlen, ein Aktienrückkaufprogramm sei vorderhand kein Thema. «Im Vordergrund steht, nächstes Jahr erneut eine attraktive Dividende zu zahlen», sagt CFO Dieter Wemmer in einem Interview mit der «Finanz und Wirtschaft». «Erst einen Schritt später kann das Thema Aktienrückkauf wieder angegangen werden». ZFS erachte es als Vorteil, eine starke Kapitalbasis zu behalten. So könne das Unternehmen selbst einen heftigen konjunkturellen Rückschlag gut verkraften, so der CFO weiter. (FuW, S. 20; siehe sep. Meldung)
Tecan: Das Medtech-Unternehmen sieht sich gut unterwegs. «Tecan ist gut unterwegs, wir liegen innerhalb der kommunizierten Erwartungen. In der ersten Jahreshälfte dachte der Markt, wir würden stärker unter der Konjunktur leiden. Doch Tecan hat im Vergleich zur Konkurrenz sogar noch Marktanteile gewonnen», sagt CEO Thomas Bachmann im Interview mit «Finanz und Wirtschaft». Im Spitalmarkt habe sich das Einkaufsverhalten zwar verändert, aber nicht zum Nachteil von Tecan. «In den Laboren wird nach wie vor stark in die gesamte Erweiterung neuer Diagnoseverfahren sowie in Kapazitätssteigerungen investiert. Das ist für uns zunehmend ein klassisches OEM-Geschäft», sagt der CEO weiter. Aus den Konjunkturprogrammen der US-Regierung soll der Umsatz von Tecan 2010 um 4-6% wachsen, was 2-3% des Gruppenumsatzes entspreche. Punkto Akquisitionspolitik beabsichtige Tecan weiterhin, sich auf der Produktseite sinnvoll zu ergänzen. (FuW, S. 17/19; siehe sep. Meldung)
Adecco: Adecco-CEO Patrick De Maeseneire sieht erste «zaghafte» Signale einer Erholung im industriellen Bereich. Die steigende Nachfrage nach Industrie-Arbeitskräften sei jeweils ein Signal, dass es aufwärts gehe, sagte der Chef des Arbeitsvermittlers in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Auch wenn die Arbeitslosenrate noch ansteigen werde, so sei er doch zuversichtlicher als noch vor sechs Monaten, gab De Maeseneire zu Protokoll. Immer wichtiger für Adecco wird nach Angaben des CEO die Fachkräfte-Vermittlung. Denn das Wachstum im Bereich der hochqualifizierten Fachkräfte sei in den vergangenen Jahren dreimal grösser als das Wachstum im Bereich der Vermittlung von Büro- und Industriearbeitern gewesen, so der CEO. (NZZaS, S. 41)
Schlatter: Die von der Wirtschaftskrise hart getroffene Schweissanlagen- und Webmaschinenherstellerin konkretisiert ihre Sparmassnahmen. «Es wird dabei leider auch zu einem Stellenabbau kommen. Wir rechnen mit etwa 10% der rund 500 Beschäftigten», erklärte CEO Jost Sigrist in einem Interview mit der Zeitung «Finanz und Wirtschaft». Schlatter wolle zudem noch stärker bei den Materialkosten sparen und weiteres Potenzial bei den operativen Kosten nutzen. Man sehe keine deutliche Verbesserung der Lage, sagte Sigrist: «Die Aufträge ziehen wieder langsam an, aber von einer tiefen Basis aus, und es wird dauern, bis sich diese Bestellungen materialisieren.» Sehr gut laufe der Schienenbau. «Der aktuelle Auftragseingang hat uns positiv überrascht», sagte Sigrist. Schwach entwickelten sich dagegen Anlagen zum Schweissen von Armierungsgittern. (FuW, S. 1; siehe sep. Meldung)
CH/Banken: Die Streichung des Eigenmietwerts könnte die Banken schrumpfen lassen. Wie die «NZZ am Sonntag» berichtet, könnte es im Fall, dass der Bundesrat sich mit seinem Vorschlag zur Abschaffung des Eigenmietwertes durchsetzt, zu grossen Bilanzkürzungen der Banken kommen, da Hypotheken vermehrt zurückgezahlt werden. Das jetzige System begünstige eine massive Verschuldung, da Schuldzinsen und Unterhaltskosten von der Steuerrechung abgezogen werden könnten, bei einer Änderung wäre dies nicht mehr der Fall. Betroffen wären vor allem Regional-, Raiffeisen- und Kantonalbanken, denn deren Bilanzsummen bestehen zu 60%-80% aus Hyphoteken. Bilanzkürzungen von 10% und mehr wären die möglichen Folgen, so die Zeitung weiter. (NZZaS, S. 48)
CH/Bankenplatz: Nach Einschätzung von OECD-Steuerchef Jeffrey Owens wird die Schweiz am meisten vom Fall des Bankgeheimnisses profitieren. Zum Beispiel sei den Bankkunden in Asien für Offshore-Geldanlagen am wichtigsten, dass eine hohe Servicequalität und politische Stabilität geboten werden, erklärte Owens gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Die Schweizer Banken bieten einen Premiumservice, und ihr Land ist sicher und stabil». Wichtig sei nun, dass alle Finanzplätze mit gleich langen Spiessen ausgestattet würden. Die OECD werde sich auch weiterhin darum bemühen. (SoZ, S. 55)
CH/IV: Der abtretende IV-Chef Alard Du Bois-Reymond vermutet Kartelle auf dem Hörgerätemarkt. Er hat nach eigenen Angaben «deutliche Hinweise» darauf. Du Bois-Reymond will zudem die Kinderrenten prüfen, obwohl er dies für politisch heikel hält. Bei den Hörgeräten liege von allen Hilfsmitteln mit 50 Mio CHF das grösste Sparpotenzial drin, sagte der Chef der Invalidenversicherung im Interview mit der Zeitung «Sonntag». Er habe «deutliche Hinweise» darauf, dass in der Schweiz «ein rechtswidriges Kartell oder ein Monopol bestehe», auch wenn sich dies nicht beweisen lasse. Damit müsste sich auch die Wettbewerbskommission auseinandersetzen, findet der IV-Chef. (Sonntag, S. 10; siehe sep. Meldung)
CH/BR-Leuenberger: In den weiteren Bahnausbau müssen aus Sicht von Verkehrsminister Moritz Leuenberger mindestens 21 Mrd CHF investiert werden. Der öffentliche Verkehr als Klammer für den nationalen Zusammenhalt brauche diese Investitionen. Dies erklärte Leuenberger in einem Interview mit der «Südostschweiz am Sonntag». Der Bundesrat hatte Ende 2008 die Eckwerte für den weiteren Ausbau des Bahnnetzes festgelegt. Dabei bereitet er für die Bahn 2030 zwei Varianten im Umfang von 21 und 12 Mrd CHF vor. Sie gehen im Frühjahr 2010 in die Vernehmlassung. (Südostschweiz am Sonntag; siehe sep. Meldung)
dl

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