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Zürich (awp/sda) - Die Aufspaltung des Winterthurer Rieter-Konzerns ist nun auch für die Aktionäre Tatsache. Die abgespaltene Autosparte mit dem Namen Autoneum hat am Freitag ihren ersten Handelstag an der Schweizer Börse erlebt. Die Aktie startete mit einem Kurs von 110,50 CHF in den Handel. Dies entspricht laut der SIX Swiss Exchange einer Börsenkapitalisierung von 516 Mio CHF.
Danach legte der Kurs bis gegen 11.50 Uhr nach einem Taucher auf 108 CHF bis auf 114,70 zu. Analysten hatten den Wert der Autoneum-Aktie im Vorfeld des Börsengangs auf 93 bis 118 CHF beziffert. Rieter selbst hatte als Buchwert 69,57 CHF angegeben.
Nach 27 Jahren unter einem Dach hatte Rieter vor zwei Monaten die Trennung von Textilmaschinen- und Autozuliefergeschäft angekündigt. Denn die Zusammenfassung der beiden sehr unterschiedlichen Rieter-Sparten hatte dem Konzern in den vergangenen Jahren nur noch wenige Vorteile gebracht.
Als unabhängiges, börsenkotiertes Unternehmen erhalte Autoneum mehr Flexibilität, um die Chancen im Automarkt zu nutzen, erklärte Autoneum-Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Schwald. Die Autosparte will als Spezialistin für Lärm- und Hitzeschutzdämmungen weitermachen und den grossen Autobauern leichtgewichtige und umweltschonende Technologien anbieten.
Das Geschäft, das relativ viele Investitionen verlangt, soll ebenfalls über Zukäufe wachsen können. Im vergangenen Jahr fuhr die Autosparte einen Umsatz von 1,72 Mrd CHF und einen Betriebsgewinn (EBIT) von 31 Mio ein.
"Unser Ziel ist es, die führende Stellung von Autoneum konsequent weiterzuentwickeln, das Wachstumspotential zu nutzen und die Profitabilität nachhaltig zu steigern", erklärte Autoneum-Chef Martin Hirzel.
Analysten rechnen damit, dass Autoneum übernommen werden könnte. Diese Übernahmefantasie könnte den Kurs positiv beeinflussen.
Der Textilmaschinenbau behält dagegen den über 200 Jahre alten Traditionsnamen Rieter. Das stark von Konjunkturzyklen abhängige Geschäft hatte zuletzt bei einem Umsatz von 870,4 Mio CHF einen Betriebsgewinn von 78 Mio CHF erzielt und soll als eigenständiges Unternehmen vor allem in Asien weiter Kunden gewinnen.
Die Rieter-Aktionäre hatten vor einem Monat an der Generalversammlung mit 98,96% Ja-Stimmen die Aufteilung des Konzerns abgesegnet. Die Aktien der Autosparte wurden an die bestehenden Rieter-Aktionäre als Dividende verteilt. Für jede Rieter-Aktie bekam ein Anteilseigner eine Namenaktie der Autoneum.
Damit wurde den Aktionären von Rieter das Autogeschäft quasi als "Sonderdividende" geschenkt. Folglich werden die Rieter-Aktien heute ohne Autoneum gehandelt. Bis gegen 11.50 Uhr notierten die Rieter-Aktien um 115,75 CHF tiefer auf 274,25 CHF. Damit wären beide Konzernteile zusammengerechnet an der Börse derzeit rund 1 CHF weniger wert als am Vortag.
ZKB-Analysten bezifferten den Wert der Rieter-Aktie ohne Autoneum auf 273 bis 313 CHF.
cf

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