Rotes Kreuz: 1999 das bisher katastrophenreichste Jahr
1999 ist für die internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften das bisher katastrophenreichste Jahr gewesen. Für Hilfsprogramme für 30,5 Mio. Personen wurde die Rekordsumme von 560 Mio. Franken benötigt.
1999 ist für die internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften das bisher katastrophenreichste Jahr gewesen. Für Hilfsprogramme für 30,5 Mio. Personen wurde die Rekordsumme von 560 Mio. Franken benötigt.
Die Geberländer hätten 1999 im allgemeinen gut auf die Hilfsprogramme geantwortet, erklärte Margareta Wahlström, Vize- Generalsekretärin der internationalen Föderation, am Dienstag (14.12.) in Genf. Bisher seien 74 Prozent der Gesamtsumme gedeckt.
Allerdings musste das Rote Kreuz auch 1999 unterschiedliche Finanzierungen in Kauf nehmen. Die Hilfsappelle etwa für Erbebenopfer und die Balkan-Region seien finanziell gut gedeckt gewesen, sagte Wahlström. In Afrika gehörten demgegenüber die Region der Grossen Seen sowie Angola zu den «vernachlässigten» Regionen.
Für das Jahr 2000 budgetiert das Rote Kreuz insgesamt 313 Mio. Franken. Mit 77 Programmen sollen damit 20 Mio. Personen humanitäreHilfe erhalten. 27 Prozent des Budgets sind fürKatastrophenopfer vorgesehen; 32 Prozent für Vertriebene sowie 19 Prozent für Opfer sozialer und wirtschaftlicher Krisen.
Schwerpunkt Jugoslawien
Wichtigster Hilfsprogramm ist dasjenige für die Bundesrepublik Jugoslawien. Mit 48 Mio. Franken soll den mehr als 750 000 Flüchtlingen, darunter knapp ein Drittel aus dem Kosovo, geholfen werden. Auch zwei Millionen Arbeitslose und drei Millionen Jugoslawen, die unter der Armutsgrenze leben, sollen unterstützt werden.
In der Region sind weitere Programme für Bosnien (7 Mio. Franken), Mazedonien (9 Mio. Franken) und Albanien (5,8 Mio. Franken) vorgesehen.
In Osteuropa plant die Föderation Hilfsprogramme für den
Kaukausus (15,7 Mio. Franken), für Russland sind knapp zehn Mio. Franken budgetiert. 8,9 Mio. Franken gehen an Weissrussland, Moldawien und die Ukraine sowie 11,7 Mio. Franken nach Tadschikistan.
Afrika und Zentralamerika
In Afrika ist für Tansania das grösste Budget (13,4 Mio. Franken)vorgesehen. Zu den weiteren Schwerpunktländern gehören Afghanistan (7,5 Mio. Franken). In Nordkorea will die Föderation ihre Hilfsprogramme im Umfang von 9,5 Mio. Franken durchführen. Für den Irak sind knapp vier Mio. Franken für rund drei Millionen Personen vorgesehen.
Auch in Zentralamerika geht die Hilfe weiter. Für die 1998 vom Hurrikan Mitch betroffenen Länder Nicaragua, Honduras, El Salvador und Guatemala sind insgesamt 11,2 Mio. Franken budgetiert. Zur
Stärkung der nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften sind ausserdem 62,7 Mio. Franken vorgesehen.
SRI und Agenturen
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